Preise für Strom und Erdgas bleiben 2019 stabil

2018 war für die Zwickauer Energieversorgung ein gutes Geschäftsjahr. Die Bauarbeiten an der neuen Leitwarte gehen voran.

Zwickau.

Die Preise für Strom und Erdgas bleiben in diesem Jahr stabil. Das kündigte der Geschäftsführer der Zwickauer Energieversorgung (ZEV), Volker Schneider, am Donnerstag bei der Bilanzvorlage an. "Im November müssen wir dann neu kalkulieren", meinte er. Es sei abzuwarten, in welchem Umfang die staatlichen Abgaben wie Steuern und Netzentgelte im kommenden Jahr steigen werden. Allein Steuern und Netzentgelte machen mehr als 80 Prozent des Strompreises aus. Er geht davon aus, dass eine Preissteigerung wahrscheinlich sein könnte.

Für 2018 hat die ZEV mit 198 Mitarbeitern ein gutes Ergebnis erzielt. "Das Jahr war mit einem erneut guten Ergebnis von 12,1 Millionen Euro ein erfolgreiches Geschäftsjahr", meinte Schneider. Der Gewinn wird laut Vertrag an die Stadtwerke Zwickau Holding (SWZ), die Envia Mitteldeutsche Energie sowie die Thüga Aktiengesellschaft als Gesellschafterinnen ausgezahlt. Die Einnahmen der SWZ fließen in den Haushalt der Stadt. Außerdem werden mit den Geldern die Städtischen Verkehrsbetriebe subventioniert. Damit werden unter anderem Straßenbahnen gekauft und instand gehalten. An anderen Unternehmen hält die ZEV rund 30 Millionen Euro Beteiligungen und Gesellschafteranteilen. "Dieses Standbein liefert uns wichtige Ergebnisanteile", meinte Schneider.


Unterm Strich hat die ZEV mit 193 Gigawattstunden weniger Strom verkauft als im Jahr zuvor (240GWh). Das liegt nicht nur daran, dass in den vergangenen Jahren wichtige Großkunden gekündigt haben. Auch viele Haushaltskunden wechseln den Angaben zufolge oft den Anbieter. Das erschwert die Kalkulation, sagte Schneider.

Genau kalkuliert hat das Unternehmen dagegen die neue Leitwarte an der Spiegelstraße. Die 2 Millionen Euro teure Investition ist notwendig, um die zunehmenden Aufgaben in der Netzführung bewältigen zu können. Die Bauarbeiten gehen demnach planmäßig voran. Der Baugrund wurde untersucht, die Vermessungsleistungen sind abgeschlossen, die Baugenehmigung liegt vor. Zum Jahresende soll der Rohbau fertig werden, der Innenausbau bis Frühjahr 2020. Nach einer ausführlichen Testphase ist dann im Herbst 2020 der Start für den Regelbetrieb geplant. "Die neue Leitstelle ist eines der größten Investitionsvorhaben der ZEV in den letzten Jahren", sagte André Hentschel, Geschäftsführer Vertrieb.


Kommentar: Gelassenheit ist gut

Deutschland setzt auf Elektromobilität - und Zwickau auch. Bis 2025 sollen bundesweit eine Million Fahrzeuge mit diesem Antrieb fahren, und viele davon sollen von Volkswagen aus Mosel kommen. Nicht nur die Zwickauer Energieversorgung stellt das vor große Herausforderungen.

Wie viele Besitzer von Elektrofahrzeugen wird es absehbar tatsächlich geben? Steigt der Bestand allmählich, oder gibt es regelrechte Wellen? Wie viele Ladesäulen müssen aufgestellt werden? Wie viel Strom verwenden Hausbesitzer täglich, um ihre Elektroauto zu laden? Planen ins Blaue hinein ist wohl die Devise.

Die ZEV sieht die Entwicklung ganz gelassen, und das ist gut so. Denn mit der neuen Antriebsart Elektromobilität wurde ein Prozess begonnen, der in absehbarer Zeit noch nicht beendet sein wird. Ein Auto, das heute oder auch vor zwei Jahren neu gekauft wurde, befindet sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren am Markt. Es wird also noch lange Diesel- und Benzinfahrzeuge geben. Damit bleibt genügend Zeit, um intelligente Ladesysteme für zu Hause zu entwickeln, die den Strom außerhalb der Stromspitzen vormittags und nachmittags fließen lassen.

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