Puppentheater wagt etwas ganz Neues

Brabbel-Theater wird am 23. Februar in Zwickau Premiere feiern. Konzipiert und gespielt wird es für die Allerkleinsten. Es wird ein Stück, welches es so noch nie gegeben hat.

Zwickau.

Die ersten, die sich an das Theater für die Allerkleinsten wagen, werden die Zwickauer Puppenspieler zwar nicht, das weiß Jürgen Flemming, Geschäftsführer der Kultour Z., genauso gut wie die Puppentheaterleiterin Monika Gerboc. "Diesen Weg bestreiten aber nur wenige, umso mehr freut es mich, dass wir mit unserer neuen Produktion dazugehören werden", erklärte Flemming auf der Pressekonferenz des Puppentheaters am Dienstag.

Das Stück für Kinder ab einem Jahr heißt "Brabbel-Theater", die Premiere findet am 23. Februar im Foyer des Puppentheaters statt. Danach geht das Stück auf Tour in Kindereinrichtungen. Das neue Format entsteht in Zusammenarbeit mit einem internationalen Team. Eine seit 30 Jahren in Italien lebende Slowakin als Regisseurin, ein seit diesem Jahr am Zwickauer Puppentheater engagierter Schotte als Alleindarsteller und die slowakische Direktorin des Zwickauer Puppentheaters als Dramaturgin beginnen nächste Woche mit der Arbeit am Stück.

In dessen Mittelpunkt stehen die Fragen: "Was bin ich? Wer bin ich? Das bin ich?", und das ganz nonverbal. "Mit diesen Fragen beschäftigen sich Kleinkinder in ihrem ersten Lebensjahr. Wir setzen auf große Emotionen und nicht auf viele Worte, diese, wenn sie überhaupt vorkommen, werden nur punktuell fallen. Wir versuchen, diese Fragen mit Licht, Klang, Farbe und reduzierter Bewegung zu beantworten", so Gerboc, die während der Pressekonferenz auch als Sprachmittlerin agierte, denn der schottische Puppenspieler Calum MacAskill verfügt zwar über große Erfahrungen im Improvisationstheater für Kinder ab null Jahren, die deutsche Sprache bereitet ihm zurzeit noch Schwierigkeiten. Deswegen paukt er Deutsch an der Westsächsischen Hochschule - neben seiner Arbeit im Theater, in dem er bis Jahresende eine halbe Stelle hat. "Sprache kann man lernen, aber das Talent nicht, davon bin ich fest überzeugt", sagt Gerboc, die selbst mehrere Sprachen spricht. "Als wir die freie Stelle ausgeschrieben haben, meldeten sich nur wenige Puppenspieler aus Deutschland, dafür aber mehrere aus dem Ausland. Wir hatten Bewerbungen aus sechs Ländern und waren von zwei Bewerbern ganz fasziniert. Deswegen sind wir sehr glücklich, den beiden - Calum MacAskill und Hanna Daniszewska, die sich zurzeit noch eine Stelle teilen -, in der nächsten Spielzeit jeweils eine ganze Stelle zu bieten", verriet die Puppentheaterdirektorin, die mit Calum MacAskill am Dienstag nach Bologna fliegt, wo er eine Woche lang mit der Regisseurin Katarina Janoskova am Brabbel-Theater arbeiten wird. Sie wusste übrigens mit ihrem Theater L'Asina sull'Isola beim 1. Internationalen Zwickauer Puppentheaterfestival im Oktober mit einem Stück für die Kleinsten das Publikum zu begeistern. "Die Diskussionsrunde zum Thema ,Theater von Anfang an' war eine der heißesten von den Festival-Diskussionsrunden und zeigte uns eindeutig, dass der Bedarf eindeutig da ist", so Gerboc, die sich seit geraumer Zeit auch sehr intensiv mit der Studie "Das Theater von Anfang an" beschäftigt. Das Festival, mit dem das Puppentheater den Einzug in sein renoviertes Haus feierte, lockte an fünf Tagen 3000 Zuschauer in mehrere Spielstätten und trug nicht unwesentlich dazu bei, dass das Puppentheater bis Jahresende mit insgesamt 214 Vorstellungen, darunter auf der Burg Schönfels, auf mehr als 17.000 Besucher kommt.

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