Radlerbrücken sprengen Kosten

Der Zwickauer Rat soll über 620.000 Euro Mehrkosten beim Ausbau der B175 in Mosel entscheiden. Trotz Bedenken gilt die Zustimmung als sicher.

Zwickau.

Die Baukosten für den Ausbau der Bundesstraße 175 am Volkswagenwerk in Mosel, an denen die Stadt Zwickau beteiligt ist, sind schon wieder gestiegen. Der Stadtrat soll auf seiner Sitzung am 24. Oktober Mehrkosten in Höhe von knapp 620.000 Euro zustimmen.

Diesmal sind es die Radverkehrsanlagen, speziell die beiden dafür gebauten Brücken über die Bahnstrecke und die Bundesstraße. Beide Bauwerke sind fast fertig. Sie sollen nach ihrer Inbetriebnahme an die Stadt Zwickau übergehen. Die Krux: Die Kosten dafür wurden vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zu niedrig eingeschätzt. Die tatsächlichen Kosten wurden erst mit der Ausschreibung bekannt. Begründet hat es das Lasuv folgendermaßen: "Im Nachhinein muss festgestellt werden, dass aufgrund der geringen Brückenflächen die üblichen Richtwerte für Bauwerke nicht auf Radwegbrücken übertragbar sind." Vereinfacht ausgedrückt: Im Landesamt wusste offenbar niemand, wie Radbrücken kalkuliert werden.

Die Stadt will jetzt den Fördermittelbescheid aufstocken lassen und damit 556.000 Euro wieder hereinholen. Ob der Antrag bewilligt wird, ist noch offen. Bis ein neuer Bescheid vorliegt, sind die bereits im Haushalt geplanten Mittel für den Ausbau des Poetenweges und den Straßenbau Bürgerschachtstraße gesperrt.

Vor einem Jahr mussten die Räte schon einmal einer Kostensteigerung zustimmen. 2,5 Millionen Euro wurde der Bau für die Stadt damals teurer. Wegen der allgemein gestiegenen Baukosten kletterten die anteiligen Kosten von 4,3 auf knapp 7,8 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für das Mammutbauwerk, die sich Bund, Freistaat, Stadt Zwickau und die Gemeinde Dennheritz teilen, sind inzwischen von 17 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 28,9 Millionen Euro gestiegen.

Dass die Vorlage im Zwickauer Rat durchfällt, gilt trotzdem als wenig wahrscheinlich. Die Fraktion Die Linke hat sich bereits festgelegt: "Wir werden zustimmen", sagte Fraktionsgeschäftsführer Sven Wöhl. Die Kostensteigerungen beim Bau seien derzeit so groß, dass die Erhöhung im Rahmen liege. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Sven Itzek machte keinen Hehl daraus, dass er die Beschlussvorlage als notwendiges Übel empfindet. "Es ist eine Bundesstraße, nur können wir leider die Verträge nicht abwenden", sagte er. Andere Fraktionen haben noch nicht mit dem Thema befasst. Die Sitzungen finden in den nächsten Tagen statt, oder wurden wie die der CDU auf die nächste Woche verlegt, wie Fraktionschef Thomas Beierlein sagte.

Die Baumaßnahmen an der B 175 sollen in diesem Jahr beendet werden. Danach, so heißt es in der Beschlussvorlage, stehen noch Naturschutzausgleichsmaßnahmen an, die 2024 beendet werden sollen.

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