Retter in Crinitzberg rüsten auf: Zwei neue Fahrzeuge rollen an

Da viele Feuerwehrleute außerhalb der Gemeinde arbeiten, müssen im Ernstfall alle Ortswehren ausrücken. Fusionen wird weiter eine Absage erteilt.

Bärenwalde.

Die Ehrenamtlichen der Gemeindefeuerwehr Crinitzberg rüsten auf: Der neue Mannschaftstransportwagen, in dem acht Feuerwehrleute Platz finden, steht bereits im Depot der Ortsfeuerwehr Bärenwalde. "Das neue Fahrzeug ist aber für alle drei Ortsfeuerwehren gedacht", schränkte Ortswehrleiter Oliver Freitag rasch ein, der für 26 Aktive zuständige ist.

Damit nicht genug: Zudem wird schon in den nächsten Tagen das neue mittlere Löschfahrzeug mit einem 1000-Liter-Löschwassertank geliefert. Wie Gemeindewehrleiter Steffen Teubert sagte, löst die Neuanschaffung den alten Hanomag ab. Der Oldtimer mit Holzbank soll jedoch den Obercrinitzer Rettern als Traditionsfahrzeug erhalten bleiben. Die Gesamtkosten belaufen sich bisher auf 200.000 Euro. Dafür fließen Fördermittel in Höhe von 120.000 Euro. Die Restsumme schießt die Kommune zu, sagte Bürgermeister Steffen Pachan (Büko). Den Auftrag für die Lieferung des Löschfahrzeugs, in dem sechs Feuerwehrleute mitfahren können, hatten die Gemeinderäte bereits im September vergangenen Jahres an die in Mühlau ansässige Firma Ziegler Feuerwehrgerätetechnik vergeben.

"Damit haben wir den Investitionsstau in unserer Kommune fast abgearbeitet", sagte der Gemeindewehrleiter. Denn die junge und zahlenmäßig stärkste Truppe der Ortswehr Lauterhofen müsse sich noch immer lediglich mit einem TSF-W begnügen. Ein weiteres Einsatzfahrzeug sei auch dort angebracht. Aber es fehlt am dafür nötigen Stellplatz. Dennoch zeigte sich Teubert, der bei der Zwickauer Berufsfeuerwehr angestellt ist, insgesamt zufrieden. Zwar würde der demografische Wandel, also die eher ungünstige Entwicklung bei den jährlichen Geburten und Sterbefällen sowie Zu- und Fortzügen, dem Gemeindewehrleiter die eine oder andere Sorgenfalte auf die Stirn treiben. Andererseits sei der 41-Jährige aber froh, dass wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung in der Region fast alle Kameraden in Lohn und Brot stehen - und das oft in Vollzeit und verteilt auf Arbeitsstellen im gesamten Landkreis und darüber hinaus. Letzteres wiederum sei eine Herausforderung hinsichtlich der Tageseinsatzbereitschaft. "Um die dennoch aufrechtzuerhalten, alarmieren wir im Ernstfall alle drei Ortsfeuerwehren", stellte Teubert klar. In dem Zusammenhang betonte er erneut, dass er nicht viel von Debatten um Fusionen von Ortsfeuerwehren hält. "Löst man eine Feuerwehr auf, geht nicht nur ein Stück Dorfgeschichte verloren, oft stagniert dadurch auch das gesellschaftliche Leben im Ort", sagte Teubert, der den Fokus in den kommenden Jahren vor allem in der Nachwuchsarbeit sieht. Und da müssten sich die beiden Jugendwehren nicht verstecken.

In diesem Jahr sind die Retter der Crinitzberger Ortswehren bisher zu 15 Einsätzen ausgerückt. Darunter waren drei überörtliche Einsätze, zwei Türnotöffnungen, ein Ödlandbrand, fünf umgefallene Bäume sowie zwei Ölspuren. Außerdem wurden die Feuerwehrleute angefordert, um dem Rettungsdienst zu helfen.

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