Schillernde Schönheiten und "verkleidete" Blütenbesucher

Im frühen Herbst fliegen sie noch: Schmetterlinge und Libellen. Der Landkreis Zwickau hat einige seltene Exemplare zu bieten.

Werdau.

Bis in den Oktober hinein können aufmerksame Besucher im Werdauer Wald fliegende Schönheiten beobachten. "In diesem Waldgebiet gibt es einige Stellen, an denen man mit etwas Glück auch sehr seltene Exemplare antrifft", sagt Jens Halbauer. Der 47-jährige Werdauer ist als langjähriges Mitglied des Vereins sächsischer Ornithologen zwar besonders auf die Beobachtung von Vögeln spezialisiert. Aber der Goldschmied geht derzeit mit seiner Kamera auch öfters auf die Pirsch, um Libellen und Schmetterlinge vor die Linse zu bekommen.

"Die zweigestreifte Quelljungfer zum Beispiel kommt in unserer Region nur im Werdauer Wald vor. Diese Libellenart braucht sehr sauberes Fließgewässer, um zu leben. Sie ist sehr selten und extrem geschützt", sagt Jens Halbauer. Generell unterscheide man zwei Gruppen von Libellen, die Schlank- libellen und die Großlibellen. Alle Libellen seien völlig harmlos für den Menschen. Sie haben keine Gift- drüsen, die beim Stechen, Beißen oder einfachen Berühren zu Vergiftungen führen würden.

Eine außergewöhnliche Schönheit, die man in diesem Jahr öfters als sonst zu Gesicht bekommt, ist auch das Taubenschwänzchen. Dieser tagaktive Nachtfalter hält die Betrachter oftmals zum Narren. "Viele verwechseln ihn mit einem Kolibri. Mit seinem langen biegsamen Rüssel saugt der Falter auch in den Blumenkästen aus den Blühpflanzen den Nektar heraus. Man kann ihn in Wohngebieten beobachten." Dem Kleinen Schillerfalter, der ebenfalls im Werdauer Wald heimisch ist, kam das trockene Wetter der zurückliegenden Tage in seiner Entwicklung zugute, ebenso wie vielen anderen Schmetterlingsarten in diesem Gebiet.

Auch in den kommenden Wochen können diese Insekten noch beobachtet werden, wenn die Sonne hervorkommt. Allerdings hat die Trockenheit für eine Futterknappheit gesorgt. "Es gibt nur noch sehr wenige Blühpflanzen auf den Wiesen, sodass die Tiere Probleme mit der Nahrungsbeschaffung haben", sagt Jens Halbauer.

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