Stadt will Moritzbach an die Oberfläche holen

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An der Georgenschule fließt der Bach unterirdisch. Jetzt soll er auf einer Länge von 75 Metern renaturiert werden.

Zwickau.

Der Moritzbach in Zwickau soll auf seinem Weg von der Zentralhaltestelle, wo er unterirdisch aus dem Zusammenfluss von Marienthaler Bach und Mittelgrundbach hervorgeht, hin zur Zwickauer Mulde wieder aus seinem unsichtbaren Bachbett an Tageslicht hervorgeholt werden. Der Bauausschuss befasst sich auf seiner Sitzung am 1. März mit einem ersten Teilabschnitt entlang der ehemaligen Georgenschule. Vorgesehen ist, dass ein entsprechender Planungsauftrag vergeben wird. Für annähernd 31.300 Euro soll diesen Auftrag ein Zwickauer Ingenieurbüro bekommen.

Etwa 75 Meter des Baches würden damit etwa bis zum Poetenweg renaturiert werden. Der Moritzbach ist vermutlich um 1900 überbaut worden, um mehr Platz unter anderem für die Bebauung zu gewinnen. Inzwischen allerdings ist das unterirdische Bauwerk in die Jahre gekommen und baufällig. Ein Teil davon ist einsturzgefährdet. Daher musste aus Sicherheitsgründen bereits eine Absperrung erfolgen. Das Alter des Bauwerkes, dessen Zustand und nicht zuletzt die Vorgaben, die sich aus dem Wasserrecht ergeben, lassen eine Sanierung nicht mehr zu, heißt es in der Beschlussvorlage. Es sei daher notwendig, das verschlissene und in seiner Nutzung eingeschränkte Bauwerk abzureißen und den Bachlauf zu renaturieren. Der eigentliche Verlauf des Baches, der im Untergrund noch dem natürlichen Ursprung entspricht, müsste dabei nicht verändert werden.

Ideen gibt es aber für die Ufergestaltung. Dieses könnte in einer Art Stufensystem angelegt werden, oder als flache Böschung in Richtung Moritzbach verlaufen. Die jetzigen Planungen müssen auch klären, ob eine kleine Brücke über den Bach führen soll. Im Jahr 2017 wurde für 12.500 Euro bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben, das für die Neugestaltung insgesamt sechs Varianten auswies.

Mit dem Verkauf der ehemaligen Georgenschule an einen privaten Investor wurde gleichzeitig das Grundstücksproblem gelöst. Bisher floss der Moritzbach auf dem verkauften Schulgelände. Beim Verkauf waren diese Flächen jedoch herausgelöst und in städtischem Besitz verblieben. Als Fließgewässer zweiter Ordnung ist die Stadt für Unterhalt und Sicherheit zuständig. Ab dem Jahr 2022 soll mit der völligen Freilegung des Baches begonnen werden. Voraussetzung dafür ist jedoch die Bereitstellung von Fördermitteln. Wie teuer das Vorhaben wird, kann erst nach dem Vorliegen der Planungen gesagt werden.

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