Wetterlage drückt Rauch vom Schornstein in den Keller

44 Feuerwehrleute waren am Montagabend im Stadtzentrum in Werdau im Einsatz. Sie mussten eine Tür aufbrechen.

Werdau.

Die Sonneneinstrahlung auf den Schornstein, die warmen Temperaturen und das unsachgemäße Anfeuern eines Ofens haben am Montagabend vermutlich einen Feuerwehreinsatz in der Innenstadt von Werdau ausgelöst. Zu dieser Einschätzung kommt Gemeindewehrleiter Henning Tröger, der den Einsatz an der Plauenschen Straße geleitet hat, nach einem Gespräch mit dem ebenfalls anwesenden Schornsteinfeger: "In einer Wohnung im zweiten Stock wurde in einem Ofen geheizt. Durch die vorherrschende Wetterlage konnte der Rauch aber nicht nach oben durch den Schornstein entweichen, sondern drückte in den Kellerraum."

Die Floriansjünger rückten kurz nach 19 Uhr aus. Sie wurden von Bewohnern, die eine Rauchentwicklung im Keller wahrgenommen hatten, informiert. In dem Haus, in dem die Anrufer wohnen, konnten die Feuerwehrleute aber keinen Auslöser für den Rauchgeruch feststellen. Deshalb konzentrierten sie sich auf das direkt angrenzende Nachbarhaus. Dort blieben die Türen trotz des Klingelns verschlossen. Die Helfer entdeckten aber zwei junge Leute und einen Hund hinter den Gardinen der Wohnung im zweiten Stock. "Wir mussten deshalb das Schloss der Eingangstür aufbrechen", sagte Henning Tröger. Die Retter begleiteten die zwei jungen Leute und den Hund ins Freie. Tröger: "Nachdem wir zunächst von einem Kellerbrand ausgegangen waren, haben wir festgestellt, dass der Qualm von der Heizungsanlage stammt." Die möglichen Ursachen hat der Gemeindewehrleiter bereits eingangs beschrieben.

44 Frauen und Männer waren an dem rund einstündigen Einsatz beteiligt. Sie kamen aus den Ortsfeuerwehren in Werdau, Leubnitz und Steinpleis. Die Verantwortlichen veränderten aufgrund der Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus ihre Strategie. Die Löschgruppenfahrzeuge waren nur mit sechs anstatt normalerweise neun Einsatzkräften besetzt. Als die Ursache für die Rauchentwicklung feststand, fuhren die Helfer aus Leubnitz und Steinpleis zurück in ihre Gerätehäuser. "Auch wenn man sich bemüht: Im Notfall lassen sich die Abstandsregeln an Einsatzstellen, wo alles schnell gehen muss, nicht einhalten", sagte Henning Tröger. Am Montagnachmittag gab es bereits einen Fehlalarm, der durch eine Brandmeldeanlage im Bildungswerk ausgelöst wurde.


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