Ein Millionenprojekt und seine Tücken

Jetzt ist es amtlich. Der Radweg von Marienberg nach Reitzenhain wird über die alte Bahntrasse führen. Noch aber ist reichlich Geduld gefragt.

Marienberg.

Seit Jahren laufen die Planungen für den Radweg Marienberg-Reitzenhain. Und es werden weitere folgen, bis das Millionenprojekt auch realisiert worden ist. Nun steht aber zumindest endgültig fest, wo genau die Route entlang führen soll.

"Wir wären gern schon viel weiter", sagt Oberbürgermeister André Heinrich. Doch im Zuge der Planung verlangte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), dass verschiedene Streckenvarianten von der Stadt geprüft werden sollen, die für die eigentlich zuständige sächsische Behörde die Planungen für den bundesstraßenbegleitenden Radweg übernimmt. Ergebnis: Die ursprüngliche Idee wurde genehmigt. Der Radweg wird über die alte Bahntrasse führen. Das bestätigt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert.

Claudia Fugmann vom Planungsbüro hat nun Details bekanntgegeben. Die 16,67 Kilometer lange, asphaltierte Strecke beginnt am Parkplatz an der Reitzenhainer Straße in Marienberg und endet in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Reitzenhain, von wo aus eine gute Anbindung ans Radnetz bestehe, so Heinrich. Sieben Bauwerke müssen dabei abgerissen, saniert oder neu gebaut werden. Voraussichtlich fast vier Millionen Euro kostet das Projekt. Baustart: nicht vor 2019. Die Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen.

Denn vom aktuellen Entwurf bis zum erteilten Baurecht ist es noch ein langer Weg. Gutachten müssen erstellt und Genehmigungen eingeholt werden. Alles entscheidend: das Thema Naturschutz. Damit beschäftigt sich aktuell Landschaftsplanerin Tina Klingler. Der Stadtrat hat sie beauftragt, Umweltbelange und vorkommende Pflanzen- und Tierarten zu untersuchen. Die Variante entlang der Bahntrasse bezeichnet sie als die naturfreundlichste Lösung. Auch Marienbergs Oberbürgermeister Heinrich gibt sich zuversichtlich: "Der Radweg wird keine Schutzgebiete durchqueren. Er streift sie lediglich."


Von Abriss bis Neubau

Bauwerk 1

Die Bahnbrücke, die in Marienberg über die Reitzenhainer Straße führt, wird abgerissen. Stattdessen entsteht eine Rampe auf den Bahndamm - die wirtschaftlich sinnvollste Variante.

Bauwerk 2

Ebenfalls verschwinden soll die Bogenbrücke an der Alten Görkauer Straße nahe der Kleingartenanlage. Sie befindet sich in einem schlechten Zustand, so Heinrich. Die Fläche werde aufgefüllt, das Gefälle verbessert.

Bauwerk 3

Der ehemalige Bahndamm in Dörfel muss aus Sicherheitsgründen ertüchtig werden. Zudem ist streckenweise alles überwachsen.

Bauwerk 4

Die Eisenbahnbrücke in der Oberen Gebirgsstraße in Gebirge soll mit minimalem Aufwand saniert werden.

Bauwerk 5

Die Brücke nahe dem Rätzteichgelände in Gelobtland muss ebenfalls restauriert werden.

Bauwerk 6

Kurz nach dem Bahnhof Gelobtland entsteht eine Überführung über die B174.

Bauwerk 7

Am ehemaligen Bahnwärterhäuschen soll eine Unterführung unter die B 174 gebaut werden. Grund: geringe Einflussnahme auf die Natur.

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