Grünhainichen bleibt Zuhause

Günther Schneider über seine Aufgaben als Staatssekretär

Günther Schneider ist seit Dienstag Staatssekretär im sächsischen Innenministerium. Sachsens neuer Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) hat den Bürgermeister von Grünhainichen in sein Kabinett berufen. Holk Dohle sprach mit dem 62-jährigen Politiker, der aus dem hessischen Aßlar stammt und seit 2004 Mitglied des Landtags war.

Freie Presse: Im Juni 2015 wurden Sie zum ehrenamtlichen Bürgermeister Grünhainichens gewählt. Als Staatssekretär im Innenministerium können Sie die- se Funktion nicht mehr aus- üben.

Günther Schneider: Stimmt, das ist leider nicht mehr machbar. Mit diesem Mandat kann ich nicht Bürgermeister bleiben. Das ist die weniger schöne Seite der Medaille, denn die Grünhainichener haben mich in den vergangenen Jahren als ihren Bürgermeister angenommen. Da fällt der Abschied nicht leicht. Das tut schon ein bisschen weh.

Wer übernimmt Ihr Ehrenamt in Grünhainichen?

Bis ein neuer Bürgermeister gewählt ist, führen meine Stellvertreter Robert Arnold und Gunnar Ullmann sowie die Verwaltungsverbandsvorsitzende Kathrin Ardelt die Geschäfte. Es gab kein böses Blut. Wir haben uns viel Glück gewünscht.

Was wird aus den Projekten, die Sie als Bürgermeister angekurbelt haben, etwa aus dem KSP-Projekt "Neubau Schule"?

Ich denke, dass sie von der Gemeinde genauso umgesetzt werden, wie wir sie geplant haben. Dass ich nicht mehr da bin, ist kein Grund, alles anders zu machen. Es waren ja alles Entscheidungen des Gemeinderates. Dass wir zu den wenigen Kommunen gehören, die in diesem Jahr in das Städtebauförderungsprogramm Kleinere Städte und Gemeinden aufgenommen wurden, war ein großer Erfolg. Jetzt gilt es, die nächsten Schritte zu machen. Dabei werde ich Grünhainichen so gut es geht und so weit ich kann zur Seite stehen.

Werden Sie täglich zwischen Ihrem Wohnort Grünhainichen und der Landeshauptstadt pendeln?

Nicht täglich. Ich habe jetzt auch eine kleine Wohnung in Dresden, denn als Staatssekretär im Innenministerium hat man keine geregelten Arbeitszeiten. Aber mein Zuhause wird ganz klar in Grünhainichen bleiben. Ich bleibe der Gemeinde also schon erhalten.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß aus Schwarzenberg freut sich, dass mit dem neuen Kabinett "das Erzgebirge in Dresden an Einfluss gewinnt". Ist das als eine Art "Vitamin B" für die Region zu verstehen?

Ich bin für das gesamte Land Sachsen zuständig, für alle Menschen im Freistaat. Wenn man aber aus dem Erzgebirge kommt, ist es klar, dass man die Dinge dort besonders aufmerksam verfolgt.

Sie sind unter anderen ehrenamtlicher Präsident des sächsischen Jugendherbergswerks, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Volksbundes und nun noch Staatssekretär im Innenministerium. Ist das alles zu schaffen? Werden Sie den einen oder anderen Posten abgeben?

Es wird zu Einschränkungen im Großteil der Ehrenämter kommen. Präsident des sächsischen Jugendherbergswerks werde ich aber bleiben, solange mein Dienst als Staatssekretär nicht darunter leidet.

Was bedeutet die Einberu- fung ins Kabinett für Sie persönlich?

Es ist eine große Herausforderung für mich. Eine Chance, unter einem hervorragenden Ministerpräsidenten, dem ich sehr viel zutraue, am neuen Aufbruch in Sachsen mitzuwirken. Und eine Chance, den Geschäftsbereich ,Zusammenarbeit mit den Kommunen' zu verbessern. Ich freue mich auf diese Herausforderung. Das Mandat als Landtags- abgeordneter habe ich genauso abgelegt wie das des Bürgermeis- ters.

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