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Da werden gestandene Männer wieder jung. Leihgeber Eckart Holler (l.) und Hans-Joachim Luck von der Trabantausstellung Zwickau posieren auf Modellen, die als Leihgabe von Gelenau nach Zwickau wandern.

Foto: Dirk Trautmann

Tretautos wandern nach Westsachsen

40 Spielzeugfahrzeuge aus dem Gelenauer Depot Pohl-Ströher sind nächste Woche im Trabantmuseum in Zwickau zu sehen. Sammler Eckart Holler half beim Verladen mit.

Von Dirk Trautmann
erschienen am 30.05.2017

Gelenau. Das Gelenauer Depot Pohl-Ströher hat gestern einen Verlust verkraften müssen. Die historischen Fahrzeugmodelle - 40 Kinderautos - sind abgeholt worden. Und Eckart Holler, aus dessen Sammlung die einzigartigen Gefährte stammen, hat auch noch kräftig dabei mitgeholfen. "Das geht schon in Ordnung", sagte der 72-Jährige gut gelaunt. Die Lösung ist denkbar einfach.

Die Sammlung Holler ist ab nächster Woche in der Trabantaus-stellung in Zwickau zu sehen. Sie ersetzt die Trabantmodelle - darunter Wankeltrabi und Trabi mit Dieselmotor -, die wiederum im Zwickauer Horchmuseum gezeigt werden.

Die Verbindung habe sich einfach so ergeben. "Das war in etwa nach dem Motto: Halb zog er sie, halb sank sie hin", erzählte Eckart Holler. Will heißen, dass die Zwickauer von seinen Gefährten wussten und Holler gar nichts dagegen hatte, sie auch einmal auswärts zu präsentieren - quasi als Botschafter des Gelenauer Depots Pohl-Ströher.

Gestern Vormittag kam ein Lkw, der die kleinen Tretautos in Richtung Zwickau entführte. Die Fahrzeuge mussten ordentlich verpackt und anschließend auf den Laster geladen werden. Diese Aufgabe übernahmen Hans-Joachim Luck von der Automobilen Trabantausstellung und Helfer Mirko Freyer. Sogar Lkw-Fahrer Kai Strobach legte mit Hand an.

Tretauto nach Tretauto wurden eine Rampe hinuntergefahren und auf dem Lkw verstaut. Als Sicherung dienten Schaumstoffmatten, die zwischen die kleinen Autos geklemmt wurden. Der kleine Horch? Ab nach Zwickau. Das Bächtiger Tretauto aus Dessau? Auch das ist weg. Und der große Sil, der schwere Wagen aus sowjetischer Produktion, von dem Szene-Kenner Eckart Holler sagt, dass er nur von einem vorhandenen Modell, nämlich seinem, weiß? Auch der Wagen erfreut bis August die Besucher im Zwickauer Museum. Genau wie der kleine Moskwitsch mit russischem Nummernschild.

Viele Jahre hat der Kleinolbersdorfer Eckart Holler gesammelt, hat seinen Fundus Gefährt um Gefährt erweitert. Tut es ihm leid, wenn er jetzt seine Schätze entschwinden sieht? "Ach nein, die kommen ja wieder."

 
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