Ihr größter Wunsch ist ein neues Bad

Eine dreifache Mutter aus Milkau ist wegen eines Tumors erblindet - Die Familie hofft auf Hilfe

Milkau.

Cornelia Seidel steht an der Tür des Hauses in Milkau, in dem die fünfköpfige Familie wohnt, und streckt den Arm zur Begrüßung entgegen. Sie setzt sich an den Küchentisch und bietet dem Besucher Platz an. Erwartungsvoll schaut sie in seine Richtung, doch ihre Augen blicken an dem Gast vorbei.

Cornelia Seidel ist blind. Dass die Welt um die 37-Jährige in ewige Nacht getaucht ist, war nicht immer so. Grund dafür ist ein Tumor. "Er ist gutartig, sitzt aber an der denkbar schlechtesten Stelle", sagt sie. Ende 2009 wurde sie als berufsunfähig erklärt und war fortan zu Hause. "Ich war so gerne Bauzeichnerin, habe Häuser in 3D dargestellt."

Den Schulanfang der Großen 2010 habe sie mit einem Sehrest verfolgen können, den ihres Sohnes 2012 kaum noch. Als ihre jüngste Tochter Anfang 2016 zur Welt kam, waren die letzten Schemen und Schatten der Schwärze gewichen. Sie hat die kleine Lisa nie gesehen.

Besonders drastisch sei die Situation zurzeit im Bad. Andere Räume sind blindengerecht gestaltet. Das Bad hingegen ist winzig: über der Wanne eine kleine Ablagefläche, auf dem schmalen Wannenrand kann man kaum etwas abstellen. "Oft fällt mir etwas ins Wasser. Wenn ich nicht selbst in der Wanne sitze, ist es schwer, es zu finden", erzählt sie. Seidels wollen deshalb den Vorraum ausbauen und damit das Bad erweitern. Mit Spenden können die Leser dazu beitragen, das Vorhaben zu verwirklichen. Der Familie fällt es schwer, die Mittel für den Ausbau des Hauses aufzubringen. Denn das meiste müssen Firmen erledigen, Dandy Seidel kann nur bedingt mit anpacken. Auch er ist nach einem Unfall vor vielen Jahren zu 50 Prozent behindert. Er kam mit der linken Hand in eine Säge. Die Hand konnte zwar wieder angenäht werden, aber ohne den Daumen - seither sind die Finger steif. (bp)

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