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Arztbesprechung am Bildschirm, mehr Tablet, weniger Wartezimmer - ein Zukunftsmodell?

Foto: Copyright: Andrey Popov/fotolia.

Was halten Vogtländer vom Arztbesuch am Bildschirm?

Telemedizin soll den Ärztemangel auf dem Land lindern. Eine Option? Am Montagabend wurde in Adorf darüber diskutiert.

Von Ronny Hager
erschienen am 06.12.2017

Adorf. Eine große Baustelle hat die Stadt Adorf für die Zukunft: Arztversorgung. Um hier über den Ort hinaus neue Impulse zu setzen, hat Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) in einer Runde der "Demografiewerkstatt Kommunen" Experten rangeholt. Mehr als 40 Ärzte, Stadträte, Bürgermeister und Klinik-Vertreter beschäftigte am Montag im Ratssaal, ob Telemedizin dabei helfen kann.

Telemedizin kann sein: Arzt am Bildschirm, zentrale Patientendatei, reisende Daten statt reisender Patienten und Ärzte, schnellere Diagnosen, so Sebastian Dresbach vom Bayerischen Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen. Was der Vogtlandkreis auf dem Gebiet bisher tat, stellte Vizelandrat Uwe Drechsel vor. "Telemedizin wird Probleme der ärztlichen Versorgung im Vogtland nicht klären, kann den Arzt nicht ersetzen. Sie kann helfen, Versorgungslücken zu schließen", schätzte er ein. Im Kreis fehlen 22 Hausärzte, gerade vier Leute seien in Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Der Hausarzt im Kreis ist im Schnitt 57 Jahre alt, 19 älter als 65. Technische Lösungen seien da eine Chance, sagte Drechsel.

"Das sind sicher schöne Dinge", meinte Detlef Schlott, niedergelassener Chirurg sowie Stadtrat in Bad Elster. "Aber es braucht trotzdem Zeit, ersetzt nicht den Menschen." Einfach Zeit für Telemedizin abzwacken könne er nicht. Kollegen seien ebenso ausgelastet. Schlott setzt darauf, dass sich in der Ausbildung etwas ändert. Wer ein Spitzenabi habe, müsse noch lange kein guter Arzt sein, kritisierte er die Abi-Note als Scharfrichter für das Medizinstudium. Drechsel dämpfte die Hoffnungen generell: "Wir werden den Trend haben, dass sich nur in Ausnahmefällen junge Leute im ländlichen Raum niederlassen." Die Ärzte vor Ort entlasten, sei das Ziel, wenn das Telemedizin-Projekt des Kreises laufe. "Eigentlich ist es die Vorstellung, dass das komplette Vorzimmer von Anmeldung bis Schwesternbereich ausgelagert wird."

Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) sieht darin durchaus eine Chance. Er hatte im Ringen um Hausarzt-Nachfolger gerade fünf junge Ärztinnen zu Gast. "Alle aus der Region. Sie haben alle Riesenangst, sich niederzulassen, haben Horror vor der Abrechnung, dem Kaufmännischen." Dabei lägen Zuschüsse von insgesamt über 300.000 Euro parat, "und wir würden noch die Arztpraxis ausbauen".

Skeptisch ist Bad Brambachs Bürgermeister Helmut Wolfram (CDU), der ohne Hausarzt und Apotheke im Kurort bei 1,4 freien Arztstellen Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung in der Pflicht sah. "Wir reden weitestgehend an der Realität vorbei und zäumen das Pferd von hinten auf", so Wolfram und warnte vor einem Abwälzen der Probleme auf Kommunen. Jemandem den Schwarzen Peter zuzuschieben, bringe nix, konterte Klaus Zeitler, Moderator des Abends. Dass es bei Telemedizin langen Atem brauche, wurde durch Hans Jürgen Stüber, Geschäftsführer der Plauener Firma Pitcom deutlich. Seit zweieinhalb Jahren ist der Technikdienstleister dabei, Ärzten ein Werkzeug in die Hand zu geben, bei denen sie digital Fortschritte überwachen können, die es bei Schlaganfallpatienten während der Reha gibt. Hoffnungen, dass dies auf Sachsenebene gefördert wird, sind geplatzt. Nun suchen Stüber und seine Mitstreiter einen anderen Weg.

 
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Telemedizin-Pilotprojekt verzögert sich
 
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