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Mehr als zehn Jahre dauerte die Forschung an der Energiegewinnung aus Grubenwasser. Heike Krenkel vom Sächsischen Immobilienmanagement und Hochschulprofessor Andreas Hoffmann waren gestern dabei, als die Anlage in Betrieb genommen wurde.

Foto: Jan Woitas

Heizwärme aus 630 Metern Tiefe

Die Geothermieanlage für die Hochschule ist gestern offiziell übergeben worden. Doch die Forschung soll weitergehen.

Von Sara Thiel
erschienen am 18.04.2018

Zwickau. Es muss nicht immer schlecht sein, Millionen zu versenken. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) jedenfalls zeigte sich gestern dankbar dafür, dass 4,6 Millionen Euro quasi in den Zwickauer Untergrund geschüttet wurden. Herausgekommen sei nämlich etwas überaus Brauchbares.

Die Geothermieanlage, an der seit 2007 geplant und gearbeitet wurde, ist gestern übergeben worden. Künftig kann die Westsächsische Hochschule (WHZ) ihr Institut für Produktionstechnik mit Wärme aus rund 630 Metern Tiefe beheizen. Der Probedurchlauf in den kalten Wintertagen hat gezeigt: Es war keine zusätzliche Heizung nötig, sagte Hochschulkanzler Ralf Steiner.

Das viele Geld für diese eine Anlage kam vom Bund und vom Land, auch die Stadt hat 25.000 Euro dazugegeben. Eingestuft war das gesamte Projekt als Hochrisiko-Forschung, denn es war von Anfang an nicht sicher, ob der Plan funktionieren würde. Das begann bereits bei der Bohrung, die 2012 in Angriff genommen wurde. Der Bohrturm befand sich neben dem Pumpwerk "Silberhof" an der B 93. Der Blindschacht 155, den man treffen wollte, liegt etwa unter der Kreuzung am Fuß der Glück-auf-Brücke. Das gelang auch, und das dort gefundene Wasser hat eine brauchbare Temperatur von 26Grad Celsius. Das ist etwas weniger warm als gehofft, taugt aber immer noch dazu, über einen Wärmetauscher Energie zu gewinnen. Dieser Wärmetauscher ist eine Neuentwicklung des Instituts für Energie und Verkehr der WHZ. Da er aus einem Kunststoff gefertigt wird, hält er dem aggressiven Grubenwasser stand. Das enthält viel Salz und Minerale -etwas, mit dem Metall nicht klarkommt.

Beides - der Wärmetauscher und die Idee, Erdwärme aus einem innerstädtischen Grubenbau zu gewinnen - war für Beobachter aus ganz Deutschland, aber auch aus anderen Ländern interessant. Weil die Forschung wegweisend war, gab es letztlich auch so viel Geld. Andreas Koch vom Forschungszentrum Jülich, das das Vorhaben als Projektträger begleitet hat, sieht allein in der Bundesrepublik einen großen Bedarf an dieser Technologie. Er sprach davon, dass das Ergebnis der Forschung für mehrere Hundert Standorte interessant ist, vor allem für verlassene Grubengebäude im Ruhrgebiet und im Saarland.

Geht es nach der Hochschule, sind die Forschungen noch nicht zu Ende. Denn mit der Energie aus dem Grubenwasser könnte das Institut im Sommer auch gekühlt werden. Außerdem gibt es Überlegungen, die Steuerung der gesamten Anlage zu überdenken. Man könnte also noch etwas mehr Geld nach Zwickau pumpen.

 
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