Theater bringt den NSU auf die Bühne

Im April dreht sich im Landkreis Zwickau zwei Wochen alles um Flucht und Integration. Auch ein prominenter Gast kommt dafür in die Region.

Zwickau.

Flucht und Integration sind Schwerpunkte bei den diesjährigen Tagen der Demokratie und Toleranz in der Region Zwickau. "Im Programm wollen wir die drohende Spaltung der Gesellschaft thematisieren", sagte Matthias Bley vom Bündnis für Demokratie und Toleranz. Mit den insgesamt 35 Veranstaltungen und drei Ausstellungen an neun Orten des Kreises ist das Programm der 14. Demokratietage umfangreicher als im Vorjahr.

Alle Veranstaltungen zielen darauf ab, dass möglichst viele Bürger miteinander ins Gespräch kommen. So gibt es unter anderem einen Vortrag über den Islam, eine Theatervorführung zum NSU und eine Diskussion zum Rechtsextremismus in Zwickau. Begegnungen mit geflüchteten Menschen sollen vor allem beim Sporttag im Westsachsenstadion und beim Spieleabend im Gemeindezentrum Lutherheim möglich sein. Am 23. April findet zudem eine zweite Demonstration der Zwickauer Initiative "Zwickau zeigt Herz" statt.

Das Motto der Demokratietage lautet in diesem Jahr "Z16". Beim gestrigen Pressegespräch erklärte Ex-Oberbürgermeister Rainer Eichhorn (CDU), dass der Buchstabe Z für sehr viel in der Region stehe. So sind zum Beispiel die Worte Zuversicht, Zukunft, Zuhause, zupacken und natürlich Zwickau auf die Werbeplakate gedruckt. Das Thema Zukunft soll sich in der Jugendkonferenz am 30. April widerspiegeln. Eine Gruppe von Zwickauer Jugendliche hatte sich bereits im vergangenen August zusammengeschlossen, um mehr Mitbestimmung in der Stadtpolitik zu erwirken. Diese sollte laut Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD), die zugleich Schirmherrin der Demokratietage ist, verstärkt werden: "Ich erwarte mehr Initiative von den Jugendlichen in Richtung Stadtrat und Verwaltung."

Den Eröffnungsvortag hält dieses Mal der Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke zum Thema gesellschaftliche Spannungen. Er ist Experte für die Rechtsextremismusforschung und hat an der Aufarbeitung der NSU-Verbrechen mitgewirkt. Laut Bley habe er dadurch bereits eine Verbindung zu Zwickau aufgebaut.

Um die Eröffnungsrede hatte es im vergangenen Jahr einen Eklat gegeben, der die Demokratietage überschattete. Damals war die Publizistin Vera Lengsfeld erst ein- und dann wieder ausgeladen worden. Auslöser dafür war, dass sich einige Menschen an ihrer politischen Positionierung gestoßen hatten. "Uns war es wichtig, diesmal einen harmonischen Auftakt der Veranstaltung zu haben", sagte Ex-OB Rainer Eichhorn, der im Beirat des Bündnisses für Demokratie und Toleranz sitzt.

Die Tage der Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region finden vom 18. bis zum 30. April statt. Das vollständige Programm kann im Internet aufgerufen werden.

www.zwickauer-demokratie-buendnis.de

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