Wiewirdgezählt, wie oft es blitzt?

In der "Freien Presse" vom 14. Juli hieß es, dass es im vergangenen Jahr 27.251 Blitzeinschläge in Sachsen gegeben hat. Aber wie werden die Blitzeinschläge überhaupt gezählt? (Diese Frage stellt Jürgen Knuth aus Aue.)

Um in Erfahrung zu bringen, wie viele Blitze bei einem Gewitter niedergehen, hat der Blitzinformationsdienst in Karlsruhe rund 160 Messstationen in Europa aufgestellt. Im Visier haben sie die elektromagnetischen Impulse, die ein Blitz bei der Wanderung zwischen Himmel und Erde verschickt. Schlägt nun einer von ihnen etwa in Chemnitz ein, treffen seine elektromagnetischen Wellen bei den einzelnen Stationen zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein. Aus dieser Differenz kann man dann mathematisch berechnen, wo der Blitz eingeschlagen hat - bis auf 100 Meter genau.

So lässt sich jährlich Deutschlands Blitzhauptstadt küren. 2016 war das Wesel mit 4,1 Einschlägen pro Quadratkilometer, im Langzeitvergleich führt Garmisch-Partenkirchen mit Durchschnittsquote 4,2. Der eigentliche Zweck des Dienstes besteht jedoch darin, Energieversorger und andere Firmen zu informieren, damit sie Blitzschutzvorrichtungen angemessen im Land verteilen. Und er leistet auch Versicherungen wertvolle Dienste. Denn bisweilen werden Häuserbrände oder Leitungsschäden einem Blitz untergeschoben, obwohl es in der betreffenden Region zur fraglichen Zeit gar keine Einschläge gab. (jzl)

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