Alte Schule muss auf neue Füße

Das denkmalgeschützte Gebäude in Sayda, in dem sich heute Polizeiposten und Schulungsraum der Feuerwehr befinden, drohte abzusacken. Jetzt werden aufwendige Arbeiten vorgenommen. Doch die brauchen Zeit.

Sayda.

Planer Thomas Müller ist sich sicher: "Die ehemalige Berufs schule in Sayda wird ein Hingucker." Bis es soweit ist, haben Bauleute unterschiedlicher Gewerke viel zu tun - vor allem vor dem Einbruch des Winters. Bis dahin soll das Gebäude, in dem sich Polizeiposten und Schulungsraum der ortsansässigen Feuerwehr befinden, wieder standfest sein. Die aufwendige Sanierung war erforderlich, da das denkmalgeschützte Haus abzusacken drohte. Nach einer Gebäude-Überprüfung hatten Freiberger Experten traurige Gewissheit: Der Baugrund aus Verwitterungslehm und stark verwittertem Fels hatte nachgegeben, starke Risse am Gebäude waren die Folge.

Um das Haus herum laufen nun tiefe Gräben: Im Mauerwerk werden sogenannte Kleinpresspfähle zum Baugrund hin verankert. "Das gibt dem Objekt die erforderliche Stabilität", sagt Planer Müller. "Quasi im Taktverfahren wird unter dem Haus ein neues Fundament erstellt." Um damit überhaupt beginnen zu können, so der Lichtenberger, sei das Gebäude auf drei Ebenen mit Ankern gesichert worden.

Derzeit laufen die Ausschreibungen für die Zimmererarbeiten und die Fenster, die ebenfalls erhebliche Schäden aufweisen. Aber auch für die erforderliche Dachstabilität seien dringend Arbeiten nötig. So sollen festgestellte Risse vor allem zwischen Holzstütze und Fachwerkwand beseitigt werden. Insofern sieht Müller beim Zeitplan keine Probleme. Er rechnet spätestens im Sommer 2017 mit dem Bauende. Bis dahin würde auch die neue Fahrzeughalle des Saydaer Polizeistandortes, die sehr marode war und zudem wegen der Tiefbauarbeiten abgerissen werden musste, stehen - diesmal mit zwei Ausfahrten.

Schließlich erhält die Fassade einen frischen Anstrich. Müller hält daher zwei Jahre durchaus für gerechtfertigt, um das Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. So sei auch die Finanzierung angelegt. Gut 700.000 Euro stehen dieses und nächstes Jahr zur Verfügung. Die Kommune steuert einen Eigenanteil bei. Dass sich der Stadtrat schon lange vorher in einem Grundsatzbeschluss für die weitere Erneuerung stadtbildprägender Gebäude innerhalb des Sanierungsgebietes ausgesprochen hat, ist laut Müller auch ein deutliches Bekenntnis zum ländlichen Raum im Erzgebirge, das sich wie viele andere Regionen auch mit schrumpfenden Dörfern herumschlägt. Und nicht zuletzt habe die ehemalige Berufsschule ein Stück Stadtgeschichte mitgeschrieben. Insofern sei es richtig gewesen, dass die Stadt Sayda im Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" geblieben sei, mit dessen Fördergeld bereits die Kirche saniert wurde.

Unterdessen bereiten Verwaltung und Stadträte das nächste Großprojekt vor -die Modernisierung des Rathauses: Mit der Vergabe der Hochbauplanung an Müller und der Tragwerksplanung an das Büro Kolodjezak (Freiberg) sollen die erforderlichen Voraussetzungen für die Einreichung des Bauantrages geschaffen werden, erklärt Rathauschef Volker Krönert (CDU).

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