Ausschuss debattiert über Stadtumgehung

Eine Verbindung zwischen der Zöblitzer und der Freiberger Straße zu schaffen, war längst vom Tisch. Jetzt fordert der Olbernhauer Bürgermeister, diese Option langfristig offen zu halten.

Olbernhau.

Eigentlich war das Vorhaben längst zu den Akten gelegt worden: eine mögliche Verbindung zwischen der Zöblitzer Straße in Olbernhau zur Freiberger Straße samt neuer Flöhabrücke. Diese Überlegung hatte es bereits vor dem Bau der Ortsdurchfahrt (Brandauer Straße) gegeben, jedoch wurde die Option verworfen.

Nun war das Thema erneut Gegenstand einer Debatte im Technischen Ausschuss des Stadtrates. Mit dem Tagesordnungspunkt "Integriertes Stadtentwicklungskonzept" (Insek) stand ein Programm zur Beratung, das die wichtigsten Punkte auflistet, bei denen Stadt und Räte in den kommenden Jahren Handlungsbedarf oder Entwicklungschancen sehen. Eine mögliche Verbindung zwischen Zöblitzer und Freiberger Straße war in diesem Konzept eigentlich nicht mehr vorgesehen. Auf Initiative von Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) wurde der Punkt nun wieder in das Programm aufgenommen. "Auch wenn wir uns klar sein müssen, dass über solche Bauvorhaben der Bund entscheidet und dass eine solche Entscheidung in den kommenden zehn Jahren unwahrscheinlich ist", so Haustein. Dennoch sei ein möglicher Straßenbau eine Option der Stadtentwicklung, die sich Olbernhau vorbehalten sollte.

Kritik für seinen Vorschlag bekam der Olbernhauer Bürgermeister vom Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Hartmut Tanneberger. Eine Verkehrszählung vor dem Bau der Ortsdurchfahrt habe ergeben, dass die meisten Autos in Richtung Seiffen und Neuhausen, also nicht zur Freiberger Straße fahren, so Tanneberger: "Wir haben in der Ortsdurchfahrt ohnehin schon genug Geld vergraben."

Zustimmung für den Vorschlag des Bürgermeisters kam indes von AfD-Stadtrat Christian Wendler. Die Planung einer Verbindung der Zöblitzer zur Freiberger Straße habe es bereits in den 1930er-Jahren gegeben. Allerdings herrschte unter den Ausschussmitgliedern Uneinigkeit über den Verlauf einer möglichen Verbindungsstraße. Die Vorschläge reichten von einer längeren Version zwischen dem Abzweig nach Kleinneuschönberg an der Freiberger Straße und der Kurve Neue Schänke an der Zöblitzer Straße. Als eine kürzere Version wurde die Flöhaquerung etwa in Höhe der Floristik Jehmlich genannt.

Trotz der Uneinigkeit über Details sprach sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder dafür aus, den Punkt wieder in das Entwicklungskonzept aufzunehmen. Dieses hat allerdings keine verbindliche Wirkung. Aktuell gilt ein Stadtratsbeschluss, der die momentane Reglung abbildet. Dieser Beschluss müsste vom Rat aufgehoben werden, damit das Vorhaben wieder in den Straßenbauplan des Bundes aufgenommen werden könnte.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    fnor
    31.12.2019

    Ortsumfahrungen entlasten die Anwohner sind aber tötlich für die lokalen Händler. Ein Verkehrsplaner beschrieb die Debatte im Ort mal so: Wenn es an die Planung geht, werden wir herzlich begrüßt. Beginnt die Umsetzung, kommen die ersten kritischen Fragen. Ist die Straße fertig gestellt, werden wir aus dem Ort gejagt. Eine lebendige Stadt braucht Durchgangsverkehr im gesunden Maß. Deswegen sind Städte an Straßen entstanden. Aldi, Rewe und Co werden überleben. Die Händler in der Grünthaler Straße auch? Wie oft biegt man auf der B174 nach Marienberg oder Zschopau zum Einkauf ab? Bestenfalls zum Discounter, ansonsten wird nach Chemnitz gefahren.



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