Ausstellung widmet sich Lehrsortimenten

Woran orientiert sich die Ausbildung zum Holzspielzeugmacher? Einen historischen Einblick gewährt eine Schau in Seiffen.

Seiffen.

Das Erzgebirgische Spielzeugmuseum in Seiffen widmet sich in einer Sonderausstellung erstmals dem Reifendrehen. Die Schau im ersten Obergeschoss ist noch bis zum 1. November zu sehen. Auf dem Weg dorthin passieren Besucher das Treppenhaus, in dem eine weitere, kleinere Sonderausstellung gezeigt wird. Sie stellt die Ausbildung zum Holzspielzeugmacher und die dabei verwendeten, sogenannten Lehrsortimente vor.

In vier großen Vitrinen und auf zahlreichen großformatigen Schautafeln sind historische Belegstücke, Muster und Zeichnungen der Berufsausbildung seit den 1930er-Jahren zu sehen. Die Ausstellungsstücke stammen zum Teil aus dem Fundus des Seiffener Museums, zum Teil handelt es sich um Leihgaben aus dem Archiv der Spielwarenschule.

Fahrspiele und Klapperpuppen jener Zeit orientierten sich stark an historischen Vorbildern. Das Handdrechseln und andere handwerkliche Arbeitsschritte waren traditionell. Die dekorative, zum Teil ornamentale Bemalung entsprach dem damaligen Zeitgeist. Anders die Ausbildung in den Jahrzehnten nach 1952, als innerhalb der Lehrwerkstatt, die 1966 als Ausbildungsstätte Seiffen dem VEB Vero Olbernhau angegliedert worden war, die Ausbildungsstruktur ein Teil der betrieblichen Produktion war.

Im Zusammenhang mit dem Neubeginn der Ausbildung 1991 als "Schule für Holzspielzeug" entstand unter Prof. Gerd Kaden eine neue "Lehrproduktion Holzspielzeug". Gegenwärtig ist die Ausbildung an einem 2001 vom Designer Andreas Fleischer in Zusammenarbeit mit den Lehrmeistern der Verbundausbildung erstellten Lehrsortiment orientiert. Dieses Konzept hat zum Ziel, dem Holzspielzeugmacherlehrling die Breite der handwerklichen Ausbildung, ein Formverständnis und die Tradition der erzgebirgischen Holzkunst zu vermitteln und dabei verkaufsfähige Artikel herzustellen.

Die Ausstellung "Ausbildung und Produktion - Lehrsortimente in der Ausbildung zum Holzspielzeugmacher" ist bis zum 6. Oktober 2020 in der Treppenhausgalerie des Erzgebirgischen Spielzeugmuseum in Seiffen, Hauptstraße 73, zu sehen. Die Sonderausstellung "Ringe. Tiere. Schachtelware. Die Faszination des Reifendrehens" wird bis zum 1. November 2020 gezeigt. Geöffnet ist das Seiffener Spielzeugmuseum täglich in der Zeit von 10 bis 17 Uhr.


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