Besucher mögen's heiß und heißer

Beim Tag des traditionellen Handwerks hat am Sonntag bei zwei schweißtreibenden Gewerken in Grünhainichen und Lauta Andrang geherrscht.

Grünhainichen/Lauta.

Bei einigen Handwerkern ist es am gestrigen Sonntag heiß hergegangen - wenn auch bei ganz unterschiedlichen Temperaturen. In der Backstube der Grünhainichener Bäckerei und Konditorei Vieweger demonstrierten Mitarbeiter zum Tag des traditionellen Handwerks, wie ein Baumkuchen entsteht. Noch ein ganzes Stück heißer als der Backofen war das Schmiedefeuer im Pferdegöpel in Lauta. Eine Gemeinsamkeit gab es dennoch: Die Erzeugnisse beider Gewerke mussten mehrfach erhitzt werden.

Besucher in der Bäckerei Vieweger in Grünhainichen konnten miterleben, wie ein Baumkuchen gebacken wurde. Geduldig beantwortete Bäcker- und Konditormeister Steffen Vieweger die Fragen nach der Temperatur, der Dauer des Backvorgangs und der Anzahl der Baumkuchenschichten. "Der hat seinen Namen daher, weil die Schichten so wie die Jahresringe eines Baumes aussehen", erklärte der Grünhainichener. Die Baumkuchen besitzen im Durchschnitt 15 Schichten. Gebacken wird bei etwa 250 Grad Celsius. Reichlich 45 Minuten vergehen, bis ein Baumkuchen fertig gebacken ist.

Jens Langer wartete mit ganz anderen Temperaturen auf. "900 bis 1100 Grad Celsius heiß ist das Schmiedefeuer. Wenn das Eisen glüht, dann darf man es auf keinen Fall anfassen", warnte der Hobbyschmied die jungen Besucher. Unter seiner Aufsicht ließen die Kinder mit Begeisterung die kleinen Schmiedehämmer auf das Metall sausen, das mehrmals zum Glühen gebracht wurde. Die Schmiede bekamen nur für kurze Zeit etwas Ruhe, als der Saydaer Hufschmied Thomas Kossek zwei Haflingern neue Eisen anpasste. Jens Langer ist einer von mehreren Schmieden, die im Pferdegöpel für Besucher das Eisen bearbeiteten. "Ich habe Automateneinrichter gelernt und mal beim Nachtschmieden in Olbernhau zugeschaut. Ich war so fasziniert, dass ich mir zu Hause eine kleine Schmiede eingerichtet habe und auch hier aushelfe", berichtete der Hobbyschmied aus Kühnhaide.

Besucher in der Bäckerei Vieweger verfolgten dagegen gebannt, wie der Baumkuchen Schicht für Schicht immer dicker wurde. "Wir haben das noch nie gesehen, heute sind wir extra hergekommen", sagten Jana und Tilo Henkelmann aus Leubsdorf, die das schöne Wetter für eine Fahrradtour genutzt haben.

"Es muss immer einer auf den Baumkuchen aufpassen, weggehen geht gar nicht", erklärte Steffen Vieweger, der sich mit der Auszubildenden Alexandra Rümmler in die Produktion hineinteilte. Immer wieder wurde der Kuchen in eine Masse aus Marzipan, Mandeln, etwas Mehl und einem Schuss Rum getaucht und gebacken.

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