Bundesweit einmaliger Bugatti wird in Gelenau ausgestellt

Zur Weihnachtsschau des Depots Pohl-Ströher wird es bei den Kinderautos einen Neuzugang zu sehen geben. Ein Franzose, der in mehrerer Hinsicht ganz besonders ist.

Gelenau.

Wer sich selbst nur ein wenig für Autos interessiert, wird sofort einen verträumten Blick bekommen und mit der Zunge schnalzen. Der hufeisenförmige Kühler und das spitze Bootsheck deuten unverkennbar darauf hin: Das kann nur ein Bugatti sein. Und ein solches Fahrzeug als Kindertretauto wird zur Weihnachtsschau im Gelenauer Depot Pohl-Ströher zu bewundern sein. Dabei handelt es sich sogar um einen Doppelsitzer, Fahrer und der hinter ihm sitzende Beifahrer sorgen gemeinsam fürs Vorwärtskommen.

Das Auto stammt in dreifacher Hinsicht aus Frankreich: Das Vorbild Bugatti wurde im elsässischen Molsheim hergestellt, der Nachbau bei der Firma Eureka in Paris im Jahr 1928 gefertigt. Und Eckart Holler hat es aus Lyon für seine Sammlung historischer Kinderfahrzeuge nach Gelenau geholt. Der Chemnitzer kennt auch die Historie des Autos. "Es stammt aus einem Vergnügungspark an der Atlantikküste, wo Kinder mit den Tretautos auf Holzbahnen gefahren sind", erklärt Holler.

Sofort werden Assoziationen geweckt. Atlantikküste bedeutet salzhaltige Luft. Im Zusammenhang mit Blechautos verheißt das nichts Gutes, sondern bedeutet meist eins: Rost. "Einige Bauteile waren extrem korrodiert und mussten zum Teil ausgetauscht werden", sagt Holler.

Der Chemnitzer hatte nicht immer etwas mit Tretautos zu tun. Seine Vorliebe waren die richtigen Fabrikate. "Zu DDR-Zeiten hatte ich einen Wartburg mit einem Doppelvergaser von Weber, der hatte geschätzte 90 PS. Da musste ich bei Fahrten immer eine große Kiste mit Ersatzteilen dabei haben. Einmal habe ich unterwegs einen Kolben gewechselt", erinnert sich der gelernte Autoelektriker und studierte Diplomingenieur für Elektrotechnik.

Nach der Wende kamen Restaurationsobjekte wie ein MG Roadster und ein Jaguar XK 150 Drophead, ein Cabrio mit Reihensechszylinder hinzu. "Ich liebe das Restaurieren, dabei war immer der Weg das Ziel. Danach bin ich die Autos zwei Jahre lang gefahren und habe sie verkauft. Und meine Sammlung historischer Kinderfahrzeuge aufgebaut", erklärt Holler. Ergebnis: Hunderte Kinderfahrzeuge, die nicht nur ihm Freude bereiten, sondern auch den Tausenden Besuchern des Depots Pohl-Ströher. "In Gelenau habe ich mehr davon, hier kann ich die Fahrzeuge immer sehen", erläutert der Sammler, Restaurator und ausgewiesene Experte.

In der Szene kennen sich die Sammler, wissen auch um ihre Bestände. Dadurch kann Holler behaupten, dass seine Neuheit, der Bugatti Doppelsitzer, einmalig in Deutschland ist. Und er lüftet auch ein kleines Geheimnis: "Als wir im Depot Pohl-Ströher anfingen, hatten wir viele wunderschöne Puppen. Meine Überlegung war, auch etwas für die Männer auszustellen."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...