Der Herr über die Fackeln hofft jetzt auf gutes Wetter

Sie stellen die Buden für den Weihnachtsmarkt auf, gestalten Konzerte, bringen Geschenke. Sie sind die Weihnachtsmacher. Hier werden ihre Geschichten erzählt. Heute: der Lichterzug-Erfinder.

Seiffen.

Die drei Lichterzüge, die morgen am Hotel Seiffener Hof, an der Nussknackerbaude und am Kindergarten in Heidelberg starten, sind in fast ganz Seiffen zu sehen. Besonders an der Kreuzung im Ortszentrum dürften sich viele Zuschauer versammeln, um die Fackel- und Lampionträger zu bestaunen. Mitglieder der Seiffener Bergknappschaft schreiten den Zügen voran. Hans-Joachim Gruve, Johannes Ulbricht und Günter Dietze sind die technischen Zugführer in der zweiten Reihe, und auch Feuerwehrleute gehen mit.

Wenn das Ziel am Rathausplatz erreicht ist, dürfte Günter Dietze, dem Erfinder des "Lichterzuges auf Bergbaupfaden", ein Stein vom Herzen fallen. Seit Wochen hat der 78-Jährige alles akribisch vorbereitet. So übergab er rund 300 Fackeln an Hotels und Pensionen des Ortes für deren Gäste. Andere Teilnehmer können die Lichterträger an den Startpunkten erwerben. Eine Viertelstunde vor Abmarsch statten Helfer die Laufstrecken mit insgesamt 60 Flammentöpfen aus. Sie sollen nicht nur den Weg weisen, sondern auch einen Hauch von Romantik vermitteln.

"Bei uns ist alles zeitlich genau abgestimmt. Die technischen Zugführer wissen, dass sie genau 17 Uhr los laufen müssen. Wir brauchen keine Funkgeräte", so der Cheforganisator.

Günter Dietze hofft jetzt auf schönes Wetter, damit der Rekord aus dem Jahr 2009 vielleicht gebrochen wird. Damals zählte der Lichterzug geschätzt 700 Teilnehmer. "Aber ausgefallen ist bei uns noch keine Veranstaltung. Wir sind auch schon bei Regen mit Schirm gelaufen", erinnert sich Günter Dietze schmunzelnd. Der Seiffener denkt an fast alles. So stehen zum Beispiel Fackeln an der Strecke bereit, die ausgetauscht werden können, wenn die eigene erloschen sein sollte.

Die Mitglieder des Kinderchors der AG Erzgebirgische Traditionen empfangen morgen die Teilnehmer mit Weihnachtsliedern. Auch der Posaunenchor Deutschneudorf und der Anton-Günter-Chor sollen für weihnachtliche Stimmung sorgen. Zum Schluss hallt das Steigerlied über den Rathausplatz.

Vor mittlerweile 14 Jahren hatte Günter Dietze auf Wunsch der Gastgeber des Hotels Seiffener Hof Urlauber mit Fackeln durch den Ort geführt und damit einen Erfolg gelandet. Aus diesem Grund entwickelte der Rentner die Idee mit Hilfe von Mitstreitern zu einem Höhepunkt des zweiten Advents innerhalb der Seiffener Weihnacht. Eigentlich wollte er nach diesem Lichterzug seine Aufgabe an einen Jüngeren abgeben, doch sein Sohn konnte den 78-Jährigen überreden, weiterzumachen.

Der "Lichterzug auf Bergbaupfaden" startet 17 Uhr von drei Orten gleichzeitig: vom Hotel Seiffener Hof, dem Kindergarten in Heidelberg, und der Nussknackerbaude. Fackeln werden an den Stellplätzen ausgegeben. Die Laufzeit beträgt jeweils 45 Minuten. Das sich anschließende Kulturprogramm vor dem Rathaus dauert noch einmal eine Dreiviertelstunde.

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