Die Herausforderungen für die Bergstadt

Ausbau der Feuerwehren, Sanierung der Schulen und Kindertagesstätten, Investitionen in den Ortsteilen - Marienbergs Stadtrat hat in der ablaufenden Legislaturperiode zahlreiche Millionenprojekte auf den Weg gebracht - Das neue Gremium soll die Entwicklung fortsetzen

Marienberg.

72 Bewerber, aber nur 26 Plätze: Die Kommunalwahl am 26. Mai verspricht Spannung in Marienberg, zumal die Parteien und Wählervereinigungen nicht nur alte Bekannte ins Rennen schicken, sondern auch einige neue Gesichter. Zudem tritt mit "Bürger für Marienberg" eine neue, noch junge Wählergemeinschaft erstmals zur Stadtratswahl an. Mehr als die Hälfte ihrer Kandidaten betritt dabei noch nicht einmal politisches Neuland.

Etwa die Hälfte der auf der Liste der "Bürger für Marienberg" stehenden Nominierten sitzen bereits im Stadtrat. Es handelt sich um ehemals parteilose Mandatsträger der CDU-Fraktion, die 2018 der Union den Rücken kehrten und seitdem mit neun Sitzen die stärkste Fraktion im Stadtrat bilden. Mit 17 Nominierten bewerben sich nun genauso viele Kandidaten wie bei der Freien Wählergemeinschaft (FWG), die aktuell mit der gemeinsamen Fraktion mit FDP auf fünf Sitze im Stadtrat kommt. Das Bündnis wird es nach der Wahl nicht mehr geben. Denn die Liberalen haben keinen Wahlvorschlag eingereicht. Bei der CDU (aktuell 5 Sitze) gehen 13, bei SPD und Grünen (3) jeweils 8, bei den Linken (4) wiederum 7 und bei der AfD 2 Bewerber ins Rennen.

Torsten Kleditzsch

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Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos) betont zwar, dass er bei den anstehenden Kommunalwahlen der Neutralitätspflicht unterliegt. Trotzdem kann er sagen, dass die bisherigen Volksvertreter in der ablaufenden Legislaturperiode eine Vielzahl von Projekten auf den Weg gebracht haben - in der Stadt, aber auch in den zu Marienberg gehörenden Ortsteilen. Heinrich nennt zahlreiche Beispiele. So wurden in den vergangenen Jahren Millionen Euro in die Sanierung der Schulen und Kindertagesstätten gesteckt. Die Grundschule in Lauterbach wurde erneuert, die Turnhalle an der Oberschule "Heinrich von Trebra" saniert, in den Brandschutz für die Grundschule "Heinrich von Trebra" investiert und die Kindertagesstätte in Ansprung auf Vordermann gebracht. Darüber hinaus erfolgten der Abriss, die Sanierung und die Neugestaltung der Altstadtkaserne. Im Ortsteil Rübenau wurde das alte Schulgebäude abgerissen, und es entstand ein neues Multifunktionszentrum, das aktuell bereits eine Arztpraxis beherbergt.

Neben der Beseitigung von Hochwasserschäden im zweistelligen Millionenbereich standen auch die Feuerwehren von Marienberg in den vergangenen Jahren im Blickpunkt. Neben der Sanierung, Erweiterung und dem Neubau von drei Gerätehäusern zählt der Oberbürgermeister den Ankauf von neuen Fahrzeugen und Ausrüstungen in Millionenhöhe auf. Hinsichtlich der Lebensretter begleitet der Stadtrat auch den aktuell geplanten Neubau der Rettungswache in der Freiberger Straße. Zusätzlich zu umfangreichen Straßenbauprojekten hat der Stadtrat auch die Entwicklung in der Innenstadt vorangetrieben. Heinrich hebt dabei die Erarbeitung und den Abschluss des Bebauungsplans für die Hanischallee hervor. Dort bauen aktuell Aldi und Edeka ihre neuen Einkaufsmärkte, die in diesem Jahr eröffnen sollen. Zudem will sich auch Lidl in dem zentrumsnahen Gebiet niederlassen. Außerdem befinden sich bereits die Drogeriekette Rossmann und das Bekleidungsgeschäft AWG in der Hanischallee.

Für Heinrich steht fest, dass das neue Gremium vor der Herausforderung steht, diese Entwicklung fortzusetzen. Dazu gehören für ihn der Erhalt der Infrastruktur sowie der Kita- und Schulstruktur im gesamten Stadtgebiet. Weitere bedeutende Aufgaben für die künftigen Volksvertreter seien der Ausbau des Radwegnetzes inklusive der geplanten Trasse entlang der alten Bahnstrecke von Marienberg nach Reitzenhain, die Umsetzung des Breitbandausbaus, das Aufstellen eines gemeinsam mit Bürgern ausgearbeiteten Konzepts für die Entwicklung des Stadtgebiets bis 2030 sowie die Unterstützung des Vereinswesens. Obendrein erwartet die Stadträte die Vorbereitung eines besonderen Jubiläums. In zwei Jahren feiert Marienberg 500. Geburtstag.


Was sich Bürger wünschen

Sylvia Dittrich, 51, aus Lauterbach: "Ich wünsche mir, dass Kinder mit höherem Förderbedarf die Möglichkeit erhalten, bei der Einschulung ein Jahr zurückgestellt zu werden. Bei der Einschulung sollte generell mehr auf die Eltern gehört werden, denn sie kennen ihre Kinder am besten. Ich wünsche mir, dass die Stadträte dementsprechend auf die verantwortlichen Landespolitiker einwirken. Außerdem wünsche ich mir mehr Unterstützung für die Vereine in Marienberg und Umgebung."


Andreas Uhlig, 32, Apotheker aus Marienberg: "Was die Stadt braucht, ist mindestens ein weiterer Kinderarzt. In der Erkältungszeit sitzen die Eltern mit ihren Kindern oft sehr lange im Wartezimmer. Aktuell haben wir noch eine gute medizinische Versorgung, aber in fünf bis zehn Jahren wird die Situation in Marienberg schwieriger. Ich würde mir wünschen, dass die Stadt die bestehenden Einrichtungen zur medizinischen Versorgung erhält und modernisiert. Außerdem wünsche ich mir eine Bahnanbindung nach Chemnitz sowie ins Nachbarland Tschechien."


Sindy Stieglitz, 31, Physiotherapeutin aus Marienberg: "Was ich mir in der Stadt wünsche? Eine bessere Betreuung beziehungsweise Handhabung bei auftretenden Problemen und Sorgen der Bürger. Zudem sollte sich dringend die Parksituation für Anwohner in der Innenstadt verbessern. Von den frustrierenden Zuständen bin ich selbst betroffen. Ich versuche bereits seit Jahren, einen Anwohnerparkausweis zu bekommen. Von der Stadt werde ich immer wieder vertröstet." (jwen/rickh)


Die Nominierten in den vier Wahlkreisen der Bergstadt Marienberg

Wahlkreis 1:

Stadtgebiet (Rathaus, Bürgerbüro, Dörfel, Gebirge)

CDU

Wolfgang Härtel, Carl Scheffler, Joachim Schubert, Danny Wohlfahrt

Die Linke

Helga Uhlig, Ralf Ziola

SPD

Adelbert Gründig, Christian Schlicht

Freie Wählergemeinschaft FWG

Roy Müller, Ralf Unglaube, Holger Tottewitz, Patrick Händel

Bündnis 90/Die Grünen

Andrea Kersten, Kay Meister, Heidemarie Kretzschmar

Alternative für Deutschland

Johannes Wolf

Bürger für Marienberg

Uwe Theml, Roberto Jahn, Hans-Christoph Passow, Tom Schneeweiß

Wahlkreis 2:

Stadt (Bergmagazin, Trebra-Grund- und Oberschule)

CDU

Andreas Haustein, Michael Dresel, Max Morgenstern

Die Linke

Irene Albrecht, Mathias Lange

SPD

Danilo Klaus, Daniel Richter

Freie Wählergemeinschaft FWG

Horst-Johann Mayerhoffer, Marcel Ostwald, Jörg Hoffmann

Bündnis 90/Die Grünen

Klaus-Ekkehard Köhler, Sylvia Gründig-Zacharias, Susanne Ramisch

Alternative für Deutschland

René Schubert

Bürger für Marienberg

Gert Weber, Sebastian Kempe, Michael Baldauf

Wahlkreis 3:

Ortsteile Niederlauterstein, Lauta, Lauterbach, Pobershau und Rittersberg

CDU

Tom Unger, Constanze Ulbricht, Albrecht Kohlsdorf

Die Linke

Ronald Müller

SPD

Marion Fritzsch, Thomas Uhlig

Freie Wählergemeinschaft FWG

Wolfgang Jasper, Olaf Martin, Bertram Schulze, Christian Haustein, Jonas Völckel, Mandy Schaarschmidt

Bündnis 90/Die Grünen

Tim Natzschka

Bürger für Marienberg

Jens Heidel, Ullrich Rieß, Andreas Schreiter, Thomas Wohlgemuth, Katharina Wittig, Silke Ullmann

Wahlkreis 4:

Ortsteile Satzung, Reitzenhain, Kühnhaide, Rübenau, Zöblitz, Sorgau und Ansprung

CDU

Matthias Ullmann, David Steinert, Jürgen Langner

Die Linke

Wilfried Greif, Alfred Wosnitza

SPD

Enrico Haustein, Martin Uhlig

Freie Wählergemeinschaft FWG

Thomas Siegert, Steffen Klemm, Marit Seifert, Johann Mayerhoffer

Bündnis 90/Die Grünen

Jürgen Zoll

Bürger für Marienberg

René Timmel, Michael Bergelt, Martin Porstmann, Elmer Heinrich

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