Himmelfahrt führt auf Schloss Wildeck

Am Fuße des Dicken Heinrichs wurde der Männertag in kleinerem Rahmen gefeiert als sonst. Trotzdem verschlug es sogar Vogtländer nach Zschopau.

Zschopau.

Bis in die Alpen hat es Eberhard Bertram und seine Freunde am Männertag schon verschlagen. "Aber dort lag selbst zu dieser Zeit an einigen Pässen noch zu viel Schnee", sagt der 72-jährige Reichenbacher. Ihre Drei- oder Vier-Tagesausflüge Richtung Italien, Schweiz oder Österreich haben die Biker aus dem Vogtland daher inzwischen auf den Sommer verschoben. Kürzere Touren wie zum Beispiel nach Franken oder Thüringen sind an Himmelfahrt aber auch weiterhin angesagt. Auch ins Erzgebirge geht es manchmal - so wie in diesem Jahr. Auf Schloss Wildeck in Zschopau erlebte Bertram mit Werner Edelmann, Michael Baumann und Klaus Schneider einige schöne Stunden.

"Eigentlich ist ja schon die Fahrt das Ziel", sagt Edelmann. Im Sattel zu sitzen, am Gasgriff zu drehen und dabei die Landschaft zu genießen, ist für ihn und seine Freunde das Schönste. Zschopau als Zielort war dabei bewusst gewählt: "In Augustusburg waren wir schon öfter. Da wurde uns gesagt, dass das Schloss Wildeck mit seiner Motorradausstellung so eine Art Außenstelle ist", erklärt Michael Baumann. Und das Quartett aus dem Vogtland sollte seine Entscheidung nicht bereuen. Nach anderthalbstündiger Anreise auf der Landstraße war der letzte der rund 80 Kilometer zwar der schwierigste, weil es die aktuelle Umleitung in Zschopau in sich hat. Doch einmal auf dem Schlosshof angekommen, genossen die Reichenbacher eine schöne Zeit - genau wie zahlreiche andere Biker. Denn obwohl im Vorfeld kaum Werbung gemacht worden war und es keine Bühne mit Live-Musik gab, um laut Zschopauer Tourismus-Leiter Christian Vogel "Massenaufläufe zu vermeiden", war am Fuße des Dicken Heinrichs einiges los.

Nachdem sich die Vogtländer mit Bratwurst und Bier gestärkt hatten, wurde das Motorradmuseum besucht. "Klein, aber fein", so das einhellige Fazit. "Dadurch, dass die Ausstellung überschaubar ist, kann man sich mehr mit der Materie auseinandersetzen", findet Werner Edelmann. "Und es bleibt auch mehr davon hängen", ergänzt Klaus Schneider. Wie seine Begleiter hat er viel Bekanntes gesehen, denn alle zusammen sind ihrer Jugend MZ gefahren. Dennoch staunten sie über jene MZ, die speziell für Brasilien gefertigt worden war. "Das war uns neu. Aber MZ war nun mal überall bekannt. Selbst die Österreicher haben davon geschwärmt", so Michael Baumann. Endlich den "Geburtsort" dieser Maschinen zu besuchen, habe den diesjährigen Männertag zu einem tollen Erlebnis gemacht. Auch dass am Eingang aufgrund der Corona-Richtlinien jeder seinen Namen in eine Liste eintragen musste, störte sie nicht: "Wem so was nicht passt, der muss zuhause bleiben."


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