Kaffee-Kurt sitzt noch bis November im Wald

Der findige Kühnhaider hat eine neue Idee: An seinem Stand im Schwarzwassertal soll es künftig auch einen Selbstbedienungsbereich geben.

Kühnhaide/Pobershau.

Die Sonne scheint, es ist angenehm warm, perfekt zum Wandern. Am Grünen Graben bei Pobershau bildet sich mitten im Wald eine kleine Menschenschlange. Alle haben ein Ziel: frischen Kaffee am Stand von Kaffee-Kurt. "Dafür lohnt sich das bisschen Warten", sagt eine Frau. Sie kauft ihren Kaffee seit mehr als zehn Jahren in der Zwickauer Genusswelt Richter und wollte ihn nun endlich im Wald probieren.

Die Schwarzwassertal-Mischungen hat der Inhaber des Geschäftes André Richter extra für den Erzgebirger zusammengestellt. Seit einem Jahr hat Kaffee-Kurt eine milde und eine kräftige Variante im Programm. Viele Wanderer fragen am Stand direkt nach dieser handwerklich hergestellten Spezialität.

Dass Kaffee-Kurt mit bürgerlichem Namen Steffen Konkol heißt, wissen längst nicht alle, die bei ihm Halt machen. Immer wieder lässt er Kaffeebohnen in seine Mühle rieseln. Danach leiert der Kühnhaider die Bohnen flink durch das Mahlwerk, das im Inneren des kleinen Holzkästchens leise schabende Geräusche macht. Das Pulver schüttet er in einen Becher. Flugs heißes Wasser drauf - fertig. Dazu gibt es Kuchen. Drei Sorten hat er garantiert. Zudem gibt es die berühmten Rucksackkekse. "Mittlerweile lassen sich junge Leute damit im Urlaub fotografieren und posten sie in den sozialen Netzwerken", weiß Steffen Konkol. Selbst jenseits der Grenze hat sich herumgesprochen, dass sich ein Ausflug lohnt. "Das freut mich natürlich sehr", betont der Mann mit dem Schlapphut.

Samstags, sonntags und an Feiertagen sitzt Steffen Konkol an seinem Stand. Die Saison beginnt im Mai. Bis zum 3. November bewirtet er seine Gäste und das bei Wind und Wetter. Im Herbst macht er mit Einbruch der Dunkelheit Schluss. So läuft mittlerweile die elfte Saison. Bereut hat er seinen Schritt in den Wald noch nie. An die schwierige Anfangszeit denkt er heute kaum noch.

Nach dem 3. November wird es für ihn etwas ruhiger. Das erste Mal wird er dieses Jahr auf die Weihnachtsmärkte komplett verzichten. "Sie kosten mich zu viel Kraft. Außerdem habe ich nächstes Jahr viel Neues vor. Diese Ideen müssen erst mal reifen", erläutert der Kühnhaider.

So schlummern in seinem Hirn noch mehrere Keks-Rezepte, die umgesetzt werden sollen. Außerdem plant er eine Umgestaltung seines Standes. Demnach soll es nächste Saison einen Selbstbedienungsbereich geben. Das soll die Wartezeiten zusätzlich verkürzen. Bis November gibt Kaffee-Kurt aber noch einmal richtig Gas. 4 Uhr aufstehen heißt es dann an den Wochenenden, um pünktlich im Wald alles an Ort und Stelle zu haben.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...