Kampf um Kleinkläranlage: Polizei rückt auf Grundstück an

Ein Mann aus Heidersdorf wehrt sich seit Jahren gegen die Modernisierung seiner Kleinkläranlage. Nun sind Handwerker auf seinem Grundstück tätig geworden - unter Polizeischutz. Was ist da los?

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2121 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    0
    gelöschter Nutzer
    12.09.2020

    Die vielen Kommentare unten mal nachgelesen. Antworten und Fakten:
    - Zu "ausser sie (die Anlagen) sind sehr groß": Der Artikel erwähnt und zeigt doch eine "Ferienanlage". Also eben wohl mit "sehr großer Anlage". Jetzt leben dort nur 2 Personen, ,erwähnt der Artikel auch.
    - Zu "Bürgermeister": Seit 30 Jahren herrscht auch hier bei uns im Osten das Prinzip der Gewaltenteilung - soll es zumindest: Legislative, Judikative, Exekutive. Bürgermeister sind deshalb nicht mehr ausführendes Organ der Exekutive wie früher bei uns hier. Bürgermeister sind frei gewählt, gestalten bspw. mit in (Wasser)-Zweckverbänden (36,30€ vs. 2,95€ im Artikel?), haben Anregungen und Sorgen ihrer Bürger zu beachten, können ggf. Befragungen anstoßen und umsetzen. Sind unserem GG verpflichtet / Gleichbehandlung (36,30€ vs. 2,95€ im Artikel?).
    - Zu "Was kostet denn...": Unter 10T € (inkl. Tiefbau, Leitungen, Gebühren) geht es nicht - auch bei benannter Fa. Jährliche Folgekosten ab 300€ bis Ende weit offen über 1.000€ (Prüfungen, Reparatur, E-Teile, Strom). Aufwand wie Logbücher u.a. nicht erwähnt.
    - Zu "vollbiologisch": Bis Stichtag 2016 existierte keine einzige DIN-zugelassene(!) Anlage für weniger als 4 Personen. Und heute? Bitte mal das zuständige Institut BIPt ergoogeln und dort suchen. Folge: "Unterlast" - noch schlimmer "wechselnde Unterlast". Häufiges Resultat für Tausende Mini-Klärwerker: Jauche, Gestank, Ersatz, Arbeit und Kosten.
    Und die Ökologie?
    Zum Nachdenken und diskutieren über Sinn und Angemessenheit der Maßnahmen.

  • 5
    0
    Steuerzahler
    31.08.2020

    @ Nixnuzz: Ich glaube aber nicht, dass diese Hormonpräparate bei Großkläranlagen eliminiert werden. Aber das Problem an sich ist bekannt und für die menschliche Entwicklung nicht von der Hand zu weisen.

  • 4
    2
    Nixnuzz
    30.08.2020

    Kleine Anmerkung. Zum heutigen Giftschrank gehören auch u.a. Hormonpräparate, die ihren Weg in die Umwelt finden. Gerade durch häusliche Abwässer. Und das in minimalsten Mengen. Wirklich harm- aber Wirkungs-los? Fällt das unter das natürliche Rauschen der Fleisch- und Geflügel-Produzenten aus der Umgebung?

  • 2
    0
    acals
    30.08.2020

    Was kostet denn der Einbau der zertifizierten Kläranlage vom Marktführer in ostdeutschland, der FA. Bergmann?

  • 6
    3
    gelöschter Nutzer
    30.08.2020

    Als Kleinfamilie sind wir auch auf unserem Bio-Grundstück betroffen und wehren uns gegen den Irrsinn. Diese neuen sog. "vollbiologischen" Kleinkläranlagen sind in Schutzgebieten sogar
    untersagt laut Landratsamt! Das spricht doch für sich selbst! Selbst viele Fachbetriebe sagen: "Die Anlagen spucken oft Gift."
    2011 beschlossen die unendlich Weisen in DD eine jährliche Abgabe "zur Abwälzung der Abwasserabgabe aus Kleineinleitungen". Auch für uns "zur Förderung der Infrastruktur des ländlichen Raums". Mio kamen da zusammen - wo blieben sie?
    "Wasser" hat solidarische Aufgabe der öffentlichen Hand zu bleiben. Wann also droht den
    Dezentralen eine "KMVA" (Klein-Müll-Verbrennungs-Anlage)??
    Die Damen und Herren Verantwortlichen in DD vergaßen offenbar, Vergleichsworte zu "Abwälzung" rechtzeitig im Wörterbuch nachzuschlagen. Das Resultat ist entlarvend.
    Nun rollen als 30T-LKWs mit quasi klarem Wasser durch die Lande. Das ist prähistorisch - in einem Hi-Tec Land!
    Wir wünschen den 2 Leuten in ihrem Öko-Paradies viel Standhaftigkeit!

  • 9
    5
    gelöschter Nutzer
    30.08.2020

    "... alterschwachen Ziegelbauwerke entsprechen selbst mir als Privatmann nicht den Vorstellungen eines "sauberen Abwasser""

    Ihre Vorstellungen sind eigentlich völlig uninteressant, wenn die Prüfung ergibt, dass das Ding dicht ist; was hier der Fall war.

  • 3
    4
    Nixnuzz
    29.08.2020

    Habe eine derartige "Umstellungs-Prozedur" 1x im Westen und 1x im Osten durchgeführt. Ok - war für mich kein finanzielles Problem. Nur die ausgebuddelten bzw. teilstillgelegten alterschwachen Ziegelbauwerke entsprechen selbst mir als Privatmann nicht den Vorstellungen eines "sauberen Abwasser". Vielleicht sollte auch mancher Kanal-auf-Rädern-Nutzer mal überlegen, was alles in die Kanäle entsorgt wurde. Waren die Altanlagen dann auch so "unbelastet"?... Welche Haushaltsmittel gab es vor 40 oder mehr Jahren, die heutzutage schmerzlich vermisst werden? Warum wohl?....

  • 8
    5
    Conrad4
    28.08.2020

    Bei allem Mitgefühl für den Betroffenen - wir kennen solche Härten aus der Familie - aber was bleibt denn dem Bürgermeister anders übrig? Selbst wenn er wollte: er hat gar nicht das Recht, Ausnahmen zu machen. Er muss die Bürger alle gleich behandeln, das erwartet man schließlich von einer korrekten Amtsführung - auch in anderenAngelegenheiten. Fast alle sächsischen Hausbesitzer haben das "Abwasserding" inzwischen mehr oder weniger leidlich geschultert. Ihnen wäre auch gern billig gewesen, was Einzelne noch als ihr (Sonder-)Recht ansehen.
    Als Umwelttechniker kann ich auch nicht recht an das - wie behauptet - saubere Wasser aus der alten Anlage glauben. Passive Kammergruben, also ohne aktive Umwälzung und Belüftung, sind dazu technisch garnicht nicht in der Lage (ausser sie sind sehr groß). Das hat auch zu DDR-Zeiten niemand behauptet: die typischen Kleinkläranlagen der Eigenheime sollten das Abwasser nur "anfaulen", den Rest sollte die Selbstreinigungskraft der Bäche und Flüsse bewältigen. Wie gut - besser schlecht - das funktioniert hat, wissen sicher noch die meisten von uns.

  • 18
    1
    Dickkopf100
    28.08.2020

    Wenn ich mich nicht irre, war das doch mal eine EU Regelung, die den Bürgern auf's Auge gedrückt wurde. Deutschland hat das dann auch gnadenlos durchgesetzt. Angeblich alles für eine saubere Umwelt... In Wirklichkeit sind, wie so oft in Europa, Lobbyinteressen umgesetzt wurden, nicht mehr und nicht weniger. Nur wird darüber nicht so gern gesprochen. Man hätte das Gesetz ja auch so verabschieden können, dass die alten und trotzdem sauberen Anlagen erhalten werden. Aber dann hätten sich die großen, zum Teil überproportionierten Kläranlagen vor vielen Ortschaften nicht gerechnet. Da muss der/die Häuslebesitzer eben zahlen, wie so oft...

  • 28
    6
    Berl
    28.08.2020

    Das riecht nach Lobbyismus der Kläranlagenbauer. Fließen da etwa noch Gelder nebenher in irgendwelche Taschen?

    So ein Staatsverhalten ist schwer auszuhalten.

    Sauberes Wasser ist sauberes Wasser, und die neue Kläranlage belastet zunächst einmal auch die Umwelt alleine durch ihre Produktion.

  • 24
    2
    Steuerzahler
    28.08.2020

    ...“ stellt sich die Frage, warum im Gesetz keine Grenzwerte festgelegt wurden, anstatt den Einsatz neuer Anlagen zu fordern. Auf eine Anfrage beim Sächsischen Umweltministerium wurde in der Antwort nicht darauf eingegangen.“
    Ja wie soll denn die Antwort auch aussehen, ohne das Gesicht zu verlieren? Soll man zugeben, auf Kosten der Hausbesitzer den Umsatz bzw. die Einnahmen ankurbeln zu wollen oder etwa, dass man, wie zuletzt mehrfach bewiesen, keine Ahnung hat, ordentliche Gesetze zu machen, sofern man das überhaupt will? Erstaunlicher Weise ist beim Durchsetzung von Forderungen gegen den Bürger die gesamte Administration einig und tatkräftig. Dort, wo der Bürger auf Missstände der Verwaltung hinweist, wäre schon ein Bruchteil dieses Elans erstaunlich. Da kann man alle Abstriche des öffentlichen Daseins heranziehen.

  • 37
    14
    censor
    28.08.2020

    Ich kenne das Problem aus dem Umfeld. Mir sind Fälle bekannt, wo Eigentümer (Rentner) wegen der drohenden Kläranlagen-Sanierung ihr Häusel verkaufen mussten - weil sie das Geld für die Maßnahme nicht aufbringen konnten.

    So kommen gewisse Gewinnler natürlich billig an ein Grundstück.

  • 37
    5
    gelöschter Nutzer
    28.08.2020

    ""Wir ziehen das jetzt durch im Sinne der Allgemeinheit." Es dürfe nicht sein, dass ungeklärtes Wasser auf Wiesen laufe."

    Was ja offensichtlich gelogen ist, wie die folgende Prüfung ergab.

    ""Wir machen keine Gesetze, damit man sie ignoriert.""

    Man fragt sich aber, warum im Gesetz nicht steht, dass es untersagt ist undichte Anlagen zu betreiben, sondern offenbar, dass das völlig egal ist und (aus welchem Grund dann eigentlich?) zwingend eine neue Anlage her muss. Ist das Schikane (der Auftritt des Bürgermeisters vor Ort könnte darauf hin deuten), Stumpfsinn, Regelungswut?

    Gesetze, die nichts wichtiges Regeln, keine Gefahren abwenden sondern nur unsinnige Vorgaben festschreiben, gehören beseitigt.

  • 35
    8
    Speedy1983
    28.08.2020

    Hauptsache der Umweltminister von Sachsen darf es.....

  • 49
    10
    701726
    28.08.2020

    Weil irgendwann ein Amtsschimmel das beschlossen hat , werden die Bürger entmündigt. Was für Mist beschlossen wurde, siehe riesige Kläranlagen die keiner brauch.

  • 50
    9
    MuellerF
    28.08.2020

    Der Amtsschimmel wiehert..wenn keine Schadstoffe austreten, ist die Klärgrube doch technisch in Ordnung.

  • 44
    12
    Lothar007
    28.08.2020

    Scheinbar hat Vernunft in unseren Ministerien nicht die oberste Priorität. Ich könnte noch mehrere Beispiele aufführen wo das Gesetz über der Vernunft steht. Leider hatten wir das schon einmal. Das schreib ein alter Rentner, der 89 gegen solche Praktiken auf die Straße gegangen ist.

  • 55
    11
    gnusberflogge
    28.08.2020

    Ich bin ja mal gespannt, wann Polizei und Landratsamt bei unserem sächsischen Umweltminister anrücken, der wie aus den Medien schon mehrfach zu entnehmen war, sein Abwasser auch noch über eine DDR Klärgrube reinigt...

  • 50
    13
    Hinterfragt
    28.08.2020

    Nun, wäre er der sächs. Umweltminister ...

  • 60
    14
    Annett1
    28.08.2020

    Behörden-Irrsinn... des Geldes wegen wird der Besitzer schikaniert ...obwohl keine Umweltbelastung nachgewiesen wurde. Landratsamt spielt wieder eine bürgerfeindliche Rolle.

  • 74
    9
    Lesemuffel
    28.08.2020

    Es wäre vielleicht klüger gewesen, saubere Abwassergrenzwerte zu fordern. Wer diese erfüllt, müssze nicht auf Vollbiologisch gezwungen werden. Der Herr Umweltminister hatte auch die Umstellungsfrist überzogen!