Neue Seiffener Kantorin wieder in der Heimat angekommen

Sylvia Leischnig hat ein umfangreiches Programm zu bewältigen. Dazu gehören Führungen in der weltbekannten Bergkirche, das Orgelspiel und die eine oder andere Händel-Arie. Und zum Dresdner Kreuzchor hat sie eine ganz besondere Beziehung.

Seiffen.

Seit einem Monat ist Sylvia Leischnig Kantorin in Seiffen, und sie ist schon wieder unterwegs. "Ich habe vorher gewusst, was auf mich zukommt. Deshalb hatte ich mich ja beworben", sagt Sylvia Leischnig und schaut auf die Uhr. Bald ist es 12 Uhr, und es steht eine Führung in der Bergkirche an. Dann wird sie den Besuchern das ungewöhnliche Gotteshaus zeigen, die Gäste werden sich auf die Plätze in den Kirchenbänken setzen und auf die Musik hören, die nicht nur aus den Fingern der blonden Frau und der Orgel strömen. Ein Präludium von Bach wird es sein. Und sie werden auch den Tönen lauschen, die Sylvia Leischnig singen wird. Vielleicht eine Händel-Arie oder doch lieber etwas von Bach?

Die Kantorin ist unterdessen nicht nur für die Bergkirche in Seiffen zuständig. Zur Gesamtkirchgemeinde gehören noch Deutschneudorf und Deutscheinsiedel mit den Kirchenchören, den Kurrenden und der Vorkurrende. Das Orgelspiel zu den Gottesdiensten wird sie abdecken. Einen Jugendchor will sie gründen, schon bald soll es los gehen. In den verschiedenen Gemeindekreisen hat sie sich schon vorgestellt, sie sei herzlich aufgenommen worden.

"Ich fühle mich wieder zu Hause angekommen", sagt Sylvia Leischnig. Und genau das hatte sie gewollt. Sie las die Ausschreibung, hatte sich beworben und war mit zwei weiteren Bewerbern eingeladen worden, an der Orgel vorzuspielen, mit dem Chor und mit der Kurrende zu arbeiten. Dann bekam sie den Zuschlag. Dass sie schon Erfahrung als Kantorin hatte, wird ihr nicht zum Nachteil gereicht haben. Sie war elf Jahre Kantorin in Oberkrämer, einem Pfarrsprengel im Kirchenkreis Oberes Havelland mit den beiden Kirchgemeinden Schwante und Vehlefanz. "Ich war so lange in der Fremde, jetzt wollte ich zurück ins Erzgebirge", beschrieb Sylvia Leischnig vor dem Kirchenvorstand, der letzten Endes entscheidet, den Grund für ihre Bewerbung.

Sie stammt aus Pockau, ging dort und in Marienberg zur Schule, Studium und Beruf führten sie durch ganz Deutschland. Jetzt ist sie wieder zurück im Erzgebirge, sie wird auf den Straßen von Seiffen erkannt und gegrüßt. Ihr Vorgänger Tobias Braun war ein baumlanger Kerl, Sylvia Leischnig ist eine zierliche blonde Frau. Die Begeisterung für den Beruf, für diese ungewöhnliche Kirche vereint beide. "Tobias Braun habe ich zum Gottesdienst anlässlich meiner Amtseinführung kennengelernt, wir haben uns gleich gut verstanden", erzählt die 39-Jährige.

Als Sylvia Ohse hatte sie sich für die Kantorenstelle beworben, als Sylvia Leischnig kam sie als Kantorin nach Seiffen. "Nein, ich habe nicht mal eben schnell geheiratet", sagt sie mit einem ansteckenden Lachen. Sie habe Jahre nach ihrer Scheidung wieder ihren Mädchennamen angenommen.

Einen weiteren Vorteil hat ihre neue Stelle: Der Weg zu ihrem Sohn Georg ist nicht mehr weit, der im Kreuzchor singt. Die Posaunenchöre weiß sie bei Stephan Kaden und Dieter Bilz sehr gut aufgehoben, jetzt muss sich die Kantorin nur noch um die Orgel kümmern. Und um die Kirchenführungen, die etwas ganz Besonderes sind.

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