Pockau: Brücken müssen Neubau weichen

Zwei Übergänge über die Schwarze Pockau sind zu niedrig und sollen deshalb ersetzt werden. Für das Vorhaben hat die Stadt nun ein Grundstück gekauft.

Pockau.

Es ist ein Millionenprojekt über mehrere Jahre: Beim Thema Hochwasserschutz in Pockau hat sich nun ein weiteres Puzzleteil in das Vorhaben gefügt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat von Pockau-Lengefeld Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung ermächtigt, den Kauf eines Grundstückes an der Olbernhauer Straße gegenüber dem Depot der freiwilligen Feuerwehr zu veranlassen. Der Kaufpreis für das rund 530 Quadratmeter große Flurstück beträgt rund 16.400 Euro. Hinzu kommen eventuell noch Kosten für die Beurkundung des Kaufvertrages sowie Grunderwerbssteuern. Doch wozu braucht die Stadt das Gelände an der Schwarzen Pockau?

Sowohl oberhalb als auch unterhalb des Grundstückes queren zwei Brücken die Schwarze Pockau und verbinden somit die Straße An der Pockau mit der Olbernhauer Straße. Allerdings seien diese Brücken zu niedrig. Bei Hochwasser könne das Wasser nicht schnell genug abfließen. Durch die ufernahe Bebauung würden den direkten Anliegern Überflutungen drohen, hatte Frank Hunger schon Anfang März erläutert. Er ist als Leiter des Betriebes Freiberger Mulde/Zschopau der Landestalsperrenverwaltung (LTV) für die Bauarbeiten zuständig. Deshalb müssen nun die beiden bestehenden Brücken abgerissen und durch einen höher gelegten Neubau ersetzt werden. Da es sich bei der geplanten Überquerung um eine Gemeindestraße handelt, müsse sich auch das anliegende Grundstück in kommunaler Hand befinden, lautete die Begründung in der Beschlussvorlage des Stadtrates. Der Start für den Abriss der alten Brücken könne jedoch erst erfolgen, wenn die neue Überquerung fertiggestellt ist. Ein konkreter Baustart stehe indes noch nicht fest.


Seit 2015 ist Pockau vor einem Hochwasser aus der Flöha geschützt. Die Arbeiten für die neue Schutzlinie entlang der Schwarzen Pockau sind seit Anfang des Jahres von der Mündung in die Flöha aus im Gang. Dort wird am linken Flussufer auf einer Länge von etwa 200 Metern eine neue Hochwasserschutzmauer gebaut und das Gelände in der Höhe entsprechend angepasst. Bis zur Marienberger Stra- ße 22 werden am rechten Flussufer auf einer Länge von 600 Metern ebenfalls neue Hochwasserschutzmauern errichtet beziehungsweise bestehende Ufermauern erhöht, teilt die Landestalsperrenverwaltung mit. Insgesamt seien von den Bauarbeiten 106 Anlieger-Grundstücke betroffen. Aufgrund des schmalen Gewässerbetts und der bis zum Fluss reichenden Bebauung seien die Bauarbeiten an der Schwarzen Pockau jedoch nicht einfach. "Vor dem Baustart müssen zunächst die Gebäude am Flussbett gesichert werden", erklärt LTV-Sprecherin Katrin Schöne. Um den Bau schnellstmöglich abschließen zu können, hatte die Landesdirektion im Oktober des Vorjahres einen vorzeitigen Baubeginn genehmigt.

Pockau wurde in der Vergangenheit mehrmals von Unwettern heim gesucht. Aufgrund des Zusammenflusses von Schwarzer Pockau und Flöha droht dem Ort von mehreren Seiten Gefahr durch Überflutung. Zum Jahrhunderthochwasser 2002 war der Bereich entlang der Schwarzen Pockau besonders stark von Überschwemmungen betroffen; entsprechend hoch waren die Schäden an den Gebäuden. So rissen die Fluten unweit der nun geplanten Querung Teile eines Hauses mit. Für den Hochwasserschutz werden in Pockau laut Umweltstaatssekretär Frank Pfeil insgesamt rund 17,8 Millionen Euro aufgewendet. Das Geld stammt zu 80 Prozent aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Efre) und zu 20 Prozent aus dem Landeshaushalt des Freistaates. Bis zum Jahr 2023 sollen alle Arbeiten weitgehend abgeschlossen sein.

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