Prächtiger Baum einfach abgesäbelt

Eine hübsche junge Fichte im Greifensteinwald hat es vielen Menschen angetan. Sie wurde geschmückt und fotografiert. Doch nun haben Unbekannte sie abgeschnitten.

Jahnsbach/Ehrenfriedersdorf.

Auch wenn es die Naturgewalten während der vergangenen Jahre nicht gut gemeint haben mit dem Erzgebirgswald: An Bäumen mangelt es nun wirklich nicht. Doch unter ihnen gibt es vereinzelt Exemplare, die ins Auge fallen. So auch eine junge Fichte im Greifensteinwald, die an der Kreuzung am Wanderparkplatz in Richtung Jahnsbach steht. Oder besser gesagt stand, denn seit Kurzem kündet nur noch ein Stumpf von ihrer Existenz. "Unglaublich, aber wahr", empört sich Stefan Schulze. Er ist einer derjenigen, denen die Fichte ans Herz gewachsen war. "Vor vielen Jahren bot mir der Baum die Grundlage für eine Weihnachtskarte", erzählt der Jahnsbacher. Die erste Aufnahme sei am 14. Januar 2010 entstanden. Daraus gestaltete Schulze eine Karte für die Vereinsmitglieder des Fliegerklubs Annaberg und Freunde. Die Weihnachtsfreude versprühende Montage im Comic-Stil zeigt den eingeschneiten Baum, umgeben von vielen Tieren und einer Micky Maus, auf dem Meilenstein nach Geyer nebenan futtert ein Eichhörnchen. "Auch Jahre später war es ein schönes Bild für viele Besucher des Greifensteingebietes", sagt Stefan Schulze, der den Baum immer wieder gern ablichtete. Heiligabend bemerkten er und seine Frau, dass jemand die Fichte abgesägt hatte. Möglicherweise, um sie als Christbaum aufzustellen. Angezeigt habe er das nicht, das verlaufe sowieso im Sande. Stefan Schulze hofft, dass die Täter durch das Veröffentlichen der Geschichte zumindest darüber ins Grübeln kommen, was sie angerichtet haben.

Obwohl er viele Hektar Wald betreut, ist der Baum an der Kreuzung zwischen Jahnsbach und Geyer auch Jörg Schlüssel, dem Förster des Greifensteinreviers, in Erinnerung geblieben: "Dieser Baum ist in seiner Natürlichkeit schön gewachsen." Die Fichte sei sogar geschmückt worden, ein Gruß an die Vorbeikommenden. Nun gebe es nur noch den Stumpf. Der Förster findet dafür deutliche Worte, spricht von einer "böswilligen Tat". "Es ist überhaupt nicht in Ordnung, wenn jemand etwas zerstört, das anderen Freude bereitet." Rechtlich handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Das Sächsische Waldschutzgesetz sieht Strafen von bis zu 2500 Euro vor. Doch der Förster weiß, dass die Paragrafen am Ende wohl wenig nützen. Glücklicherweise sei das illegale Fällen von Bäumen aber kein generelles Problem und komme nur selten vor.

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