Rentner wegen Scheingeschäften mit Immobilien vor Gericht

Chemnitz/Olbernhau (dpa/sn) - Am Landgericht Chemnitz muss sich seit Dienstag ein 77-Jähriger wegen Steuerhinterziehung und Betrügereien mit Immobiliengeschäften verantworten. Laut Anklageschrift war er Gesellschafter einer Immobilienfirma in Olbernhau (Erzgebirgskreis). Mit Hilfe einer Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln soll er Geschäfte verschleiert und tatsächliche Erlöse aus dem Verkauf von Immobilien vor Gläubigern und der Steuer versteckt haben. Laut Staatsanwaltschaft geht es um mehr als eine Million Euro.

Hintergrund der mutmaßlichen Betrügereien soll gewesen sein, dass die Firma ab 2002 in finanzielle Schieflage geraten war. Daraufhin sei der Entschluss gefasst worden, Vermögen dem Zugriff von Gläubigern zu entziehen, so die Anklage. So soll Banken Vermögen verschwiegen worden sein, um Schuldenerleichterungen zu erreichen. Die vorgeworfen Taten datieren aus dem Jahr 2007. Gegen zwei weitere ursprünglich Mitangeklagte ist das Verfahren den Angaben nach eingestellt worden.

Der Rentner räumte vor Gericht ein, dass er zu geringe Angaben zum Spekulationsgewinn gemacht habe. Er habe das Konstrukt über die Scheinfirma aber nicht selbst ersonnen. Ziel des Ganzen sei gewesen, möglichst viel Geld aus Verkäufen zu erlösen, um Gläubiger bedienen zu können. Seine mitangeklagte Ex-Frau sagte vor Gericht: «Von den ganzen Transaktionen wusste ich nicht sehr viel und verstand auch nicht sehr viel.» Sie habe einfach unterschrieben, was er ihr vorgelegt habe. Gegen sie wurde das Verfahren am Dienstag gegen Zahlung von 3000 Euro eingestellt.

Weitere Termine sind bis in den Dezember geplant.

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