Singender Farmer liefert im Festzelt Welthits ab

Das 60. Niederlautersteiner Vogelschießen hat einen neuen Besucherrekord verzeichnet. Am meisten wurde dabei ein Schwede bejubelt.

Niederlauterstein.

Zwei Superhits hatte der schwedische Sänger Harpo in den 1970er-Jahren, und mit beiden brachte er am Samstagabend das Festzelt in Niederlauterstein zum Toben. Es war Vogelschießenzeit, und mit insgesamt fast 2000 zahlenden Gästen fand die 60. Auflage so großen Zuspruch wie noch nie, zog Eckhard Oettel Bilanz. Der 1. Vorsitzende des Heimatvereins hatte mit seinen Helfern von den Heimatforschern, den Wanderern sowie den Klöpplerinnen und Schnitzern ein rundes Programm gestrickt.

Für die 60. Auflage wurde ein Höhepunkt gesucht. Vor zehn Jahren zum 50. Geburtstag des Heimatvereins waren Karat zu Gast, dieses Jahr wurden die Niederlautersteiner auf internationaler Ebene fündig. "Wir hatten mehrere Bands zur Auswahl, haben uns aber letztlich für Harpo entschieden. Und der war eine gute Wahl", sagte der Niederlautersteiner. Und der schwedische Sänger, Komponist, hauptberufliche Farmer und Züchter von Trabrennpferden bot eine relativ kurze, dafür energiegeladene Show.

Der 68-Jährige betrat die Bühne zwar in Schuhen, absolvierte seinen Auftritt aber dann barfuß, wofür es einen besonderen Grund gibt. "Ich war auch auf einer Schauspielschule, dort mussten wir ohne Schuhe agieren. Das habe ich dann zu meinen Liedern in den 1970er-Jahren gemacht und mache es auch jetzt noch", erzählte der "alte Schwede", wie er sich selbst nannte, und der immer live singt. Dass er aber Hits geschrieben und gesungen hatte, die heute noch unvergessen sind, bewies er bei seinem Auftritt. Mit "Horoscope" und "Moviestar" animierte er die fast 400 Besucher zum Tanzen.

Nicht nur für die reifere Jugend hatten die Organisatoren des Niederlautersteiner Schützenfestes allerhand aufgeboten, auch die Jungen kamen nicht zu kurz. Einige heizten in kleinen Elektrorollern und -autos über die Wiese, andere zog es höher hinaus. Die freiwillige Feuerwehr hatte eine Kletterwand aus Seiffen herangeholt. Viele Kletterer schafften es bis ganz nach oben, wie Jenny Hänsel aus Marienberg. "Eigentlich war das gar nicht schwer", sagte die Zehnjährige, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Sehr gut wurde das Vogelschießen angenommen. Es dauerte von 14 Uhr bis 18.45 Uhr, bis der Schützenkönig feststand.


"Am Schluss hatte ich einfach Glück, dass ich das letzte Stück des Vogels abgeräumt habe"

Tino Kermer ist der neue Niederlautersteiner Schützenkönig. Mit dem 54-Jährigen aus Niederlauterstein hat sich Dirk Trautmann unterhalten.

Freie Presse: Wie fühlen Sie sich als neuer Schützenkönig?

Tino Kermer: Ziemlich gut, ich wollte Schützenkönig werden und bin es auch geworden.

Kennen Sie auch die Verpflichtungen, die solch ein Titel mit sich bringt?

Dass ich einiges spendieren muss, gehört dazu. Das weiß ich, denn schließlich war ich 2003 schon mal Schützenkönig. Seit damals habe ich es immer wieder versucht, aber es hatte nie geklappt. Bis eben heute.

Was gab den Ausschlag?

Das kann niemand genau sagen. Es ging ja über viele Stunden, und am Schluss hatte ich einfach Glück, dass ich das letzte Stück des Vogels abgeräumt habe.

Einige Zuschauer murmelten etwas von ,Wilddieb', können Sie dazu etwas sagen?

Ein Wilddieb bin ganz sicher nicht (lacht ganz laut), denn ich bin Revierförster beim Staatsbetrieb Sachsenforst und Jäger. Aber mit einer Armbrust zu schießen, ist nicht das Gleiche wie mit einer Jagdwaffe. Dazwischen gibt es riesengroße Unterschiede, es war einfach großes Glück.

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