Stadtrat streitet über neue Stelle im Bauamt

Pockau-Lengefeld schafft Arbeitsplatz zur Prüfung eigener Energiekosten

Pockau-Lengefeld.

Über das Ziel herrschte im Stadtrat Pockau-Lengefeld Einigkeit: Die Stadt will künftig die Energiekosten ihrer Liegenschaften senken und gleichzeitig die CO2-Emissionen verringern. Umso mehr stritten die Räte um die Art und Weise, wie diese Einsparungen erreicht werden sollen.

Auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung am Dienstag fand sich ein Beschluss, der eine neue Stelle im Bauamt vorsah. Die Aufgabe des neuen Mitarbeiters: Prüfung der kommunalen Liegenschaften nach Möglichkeiten, die Aufwendungen für Strom, Wasser und Wärme zu senken. Die Gesamtkosten für die auf drei Jahre befristete Stelle veranschlagt die Stadt mit rund 210.324 Euro. Mit einem Zuschuss in Höhe von rund 120.685 Euro, also 57,38 Prozent, fördert der Freistaat das Vorhaben. Die Stadt rechnet in den kommenden Jahren mit einer Einsparung zwischen 30 und 40 Prozent der kommunalen Energiekosten. Dem gegenüber stehen aktuell laut Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) Aufwendungen in Höhe von jährlich rund einer viertel Million Euro.


Diese Rechnung stieß bei einigen Stadträten auf Widerspruch. "Ich zweifle an der Höhe der geplanten Einsparung von 30 bis 40 Prozent", sagte Sabine Schlißio (Freie Wähler). Grundsätzlich gegen den Beschluss argumentierte auch Stadtrat Knut Hinkel (CDU). Um eine messbare Reduktion der Energiekosten zu erreichen, seien massive Investitionen notwendig, so Hinkel. Als Beispiele nannte er Blockheizkraftwerke sowie Fotovoltaikanlagen für die kommunalen Liegenschaften. Damit sei eine Einsparung von drei bis fünf Prozent möglich, die wiederum erst nach etwa zehn Jahren die Investitionen ausgleichen würden.

Demgegenüber sprachen sich mehrer Stadträte für die neue Stelle aus. Steffen Haugk (CDU) betonte nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile der zusätzlichen Stelle: "Vielleicht können wir dadurch auch ein Bewusstsein für eine Senkung des Energieverbrauchs bei den Bürgern entwickeln." Zugespitzter formulierte Ulrich Findeisen von den Freien Wählern seine Zustimmung: "Mir ist lieber, wir verheizen Geld statt Energie." Allerdings forderte er einen Rechenschaftsbericht über die Arbeit des neuen Mitarbeiters. Denkbar knapp mit neun Dafür- bei acht Gegenstimmen verabschiedete der Stadtrat schließlich den Beschluss.

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