Versicherungsmakler veruntreut 101.000 Euro von Mandanten

Das Chemnitzer Amtsgericht hat einen Betrüger aus dem Erzgebirge verurteilt. Für die Opfer ist das aber nur ein schwacher Trost.

Chemnitz.

Er hat seinen Mandanten hohe Renditen versprochen. Bekommen haben sie nichts. Stattdessen wurden sie Opfer einer miesen Abzocke. 101.000 Euro hat ein Versicherungsmakler aus dem Erzgebirge seinen gutgläubigen Kunden aus den Taschen gezogen. Dafür musste sich der verheiratete Familienvater nun vor dem Amtsgericht in Chemnitz verantworten.

"Dem Angeklagten wurden insgesamt 15 Fälle des gewerbsmäßigen Betruges vorgeworfen. Er war als selbstständiger Versicherungsmakler tätig und hatte in diesem Zusammenhang in den Jahren 2012 bis 2014 Kunden eine Festgeldanlage vermittelt, die als sicher bezeichnet wurde", erklärt Richterin Birgit Feuring. Getäuscht wurde auch ein 73 und 77 Jahre altes Ehepaar. "Er hat meinen Eltern 15.000 Euro abgeknöpft, ihre Gutgläubigkeit eiskalt ausgenutzt. Obwohl wir uns auch persönlich kennen, hat er sich nie dafür entschuldigt", ärgert sich der Sohn der betroffenen Senioren. Den Schwindel hatte die Familie festgestellt, als plötzlich keine Zinsen mehr auf ihr Konto überwiesen wurden. "Wir haben unzählige Male versucht, den Versicherungsmakler telefonisch zu erreichen. Doch er hat alle Anrufe ignoriert. Daraufhin haben wir die Verträge gekündigt." Anfang dieses Jahres versprach der Angeklagte dem Ehepaar per E-Mail, das Geld auszuzahlen. Doch schon wenige Monate später folgte die Hiobsbotschaft. "Wir erhielten ein Schreiben von der Polizei. Darin stand, dass gegen den Mann ermittelt wird", erinnert sich der Betroffene.


Mehr als ein Dutzend Zeugen wurden nun zur Verhandlung am Chemnitzer Amtsgericht befragt. Es kam heraus, dass der Angeklagte die einbezahlten Gelder der Kunden für seine private Lebensführung und zum Ausgleich anderer fälliger Anlegerverträge genutzt hatte, erläutert Richterin Feuring. "Der Gerichtsvollzieher stellte fest, dass unser Geld weg ist. Der Versicherungsmakler hat damit seine eigenen Schulden getilgt", sagt der Sohn des betroffenen Ehepaares.

101.000 Euro hat der Angeklagte mit dieser Masche veruntreut. Vor Gericht zeigte sich der Erzgebirger geständig, räumte den ihm zur Last gelegten Sachverhalt ein. Er wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Ins Gefängnis muss er aber nicht. "Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt", sagt Feuring. Das Urteil sei rechtskräftig.

Darin angeordnet ist ebenfalls die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 101.000 Euro. Diese Summe muss der Angeklagte den Geschädigten zurückzahlen. Der Mann habe dem Gericht versprochen, sich eine neue Arbeit zu suchen. Bei dem im Raum stehenden Betrag ist das für das Ehepaar und die anderen Opfer nur ein schwacher Trost. "Der Richter hat uns schon gesagt, dass wir kein Geld groß erwarten können. Erst recht nicht 15.000 Euro."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...