Zukunft der Vero-Fabrik bleibt ungewiss

Eine Umnutzung des Gebäudes in Olbernhau zum Wohnhaus kommt nicht in Frage. Ein Abriss steht zur Debatte, sorgt aber bereits jetzt für Kritik.

Olbernhau.

Ein ganzes Stück Olbernhauer Stadtgeschichte ist mit diesem Gebäude verbunden, seine Zukunft allerdings ist ungewiss: das ehemalige Vero-Spielwarenwerk an der Jahnstraße.

Im Technischen Ausschuss des Olbernhauer Stadtrates waren der Zustand und die Zukunft des Fabrikgebäudes ein Thema. Diskutiert wurde eine mögliche Umnutzung des ehemaligen Spielzeugwerks zum Wohnhaus. Laut Bauamtsleiter Stefan Proksch ist die dazu nötige Sanierung zu teuer. "Wir müssen mit einem Sanierungspreis von rund 1500 Euro pro Quadratmeter rechnen. Bei einer Gesamtfläche von rund 10.000 Quadratmetern würden die Arbeiten illusorische Kosten verursachen", so Proksch.

Als Alternative zur Umnutzung stand ein möglicher Abriss des Gebäudes im Raum. Das Grundstück befinde sich in attraktiver Lage, und mit dem Abbruch würde ein Schandfleck im Stadtbild verschwinden, sagte Stadtrat Kristian Hahn (CDU). Gegen einen möglichen Abriss sprach sich hingegen der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat, Hartmut Tanneberger, aus. Das Gebäude sei grundsolide und sollte deshalb erhalten bleiben.

Bürgermeister Heinz-Peter Hau-stein (FDP) wies auf den beschränkten Handlungsraum der Stadt hin: "Wir sind nicht Eigentümer der Immobilie." Auf Nachfrage erklärte er am gestrigen Montag, dass der Eigentümer verstorben sei. Er habe die Vero sowie weitere Immobilien vererbt. Haustein steht mit der neuen Eigentümerin in Kontakt. Sie müsse zunächst hinsichtlich des Erbes vieles klären, bevor sie sich tiefer mit der Vero oder gar mit Nutzungskonzepten befassen könne.

Einen Kauf durch die Stadt kann sich Heinz-Peter Haustein auch aufgrund der hohen Kosten nicht vorstellen. Ohnehin sei unklar, was die Stadt mit der Immobilie oder im Falle eines Abrisses mit dem Areal anfangen soll. Im Rathaus gebe es kein tragfähiges Nutzungskonzept.

Das Kombinat der vereinigten Erzgebirgischen Spielwarenwerke (kurz: Vero) war der größte Hersteller von Spielwaren in der DDR. Er entstand durch die Enteignung und den Zusammenschluss zahlreicher kleinerer Unternehmen und bestand bis zu seiner Abwicklung nach der Wiedervereinigung. Insgesamt umfasste das Kombinat 27.000 Arbeitsstellen, davon rund 3300 in Olbernhau. Besonders bekannt waren Holzbaukästen und die Construct-Kombinationselemente aus Olbernhauer Produktion. (mit geom)

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