Keine Teilhabe ohne eigene Stimme

Über Ostdeutsche in Top-Positionen

3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    0
    CPärchen
    09.02.2019

    Ein schön zu lesender Kommentar. Sachlich, klar, aktuelle Beispiele und auch Vorschläge, wie man es hätte anders machen können.

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  • 4
    3
    Malleo
    08.02.2019

    Die von der Treuhand ab 1990 flächendeckend betriebene Plünderung Mitteldeutschlands, deren erste nach dem Krieg von den Russen vollzogen und mit Reparationsleistungen erklärt wurde, ist eine Erfahrung, die für 17 Mio. Menschen unvergesslich bleiben wird.
    Das Wirken der Treuhand kam einer Deindustrialisierung ganzer Regionen in Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen gleich und war damit gleichwohl ein perfektes Konjunkturprogramm für die alten Bundesländer, potentielle Konkurrenten mussten weg.
    Es herrschte Goldgräberstimmung, „Aufbauhelfer“ überströmten das Land und installierten bis in die Gegenwart wirkende (geschlossene) Netzwerke in Wirtschaft, Politik, Justiz, Universitäten, Polizei und Medien, deren Ziel einzig die Erhaltung ihrer Einflussmöglichkeiten ist.
    Wenn „die Politik“ nunmehr Mitteldeutschland als weißen Fleck, den es zu gewinnen gilt, wiederentdeckt, kommt das sicher, weil Wahlen vor der Tür stehen.
    Wer aber schon 1989 so naiv war, dass er der Persil-Werbung ebenso viel glaubte, wie dem Versprechen nach blühenden Landschaften, wurde zweifelsfrei enttäuscht und fand sich, unabhängig von Bildung, Fleiß, Engagement oder all den Eigenschaften, die notwendig sind, um selbstbestimmt ein Leben für sich und die Familie zu gestalten, schnell in einer Umbildungsmaßnahme oder auf dem Arbeitsamt wieder.
    Es bedurfte viel Glück aber auch ein Stück weit jener benannten Eigenschaften und einer Firma, die sich auch dem Turbokapitalismus erfolgreich bediente, um von der wenig sozialen Marktwirtschaft gleichfalls zu partizipieren.
    Jene, die bewusst, in freier, persönlicher Entscheidung, unter Verzicht auf ein sechsstelliges Jahresgehalt nicht der Arbeit hinterherzogen, weil sie an den Fortbestand der industriellen Tradition, den Fleiß wie auch Geschick der Sachsen glaubten und in ihrer Heimat blieben, durften Erfahrungen machen, die ihr Leben mehr als deutlich prägten.
    Sie haben aber den unschätzbaren Vorteil, ob der Sozialisierung in zwei völlig verschiedenen Gesellschaftssystemen, sehr deutlich und sensibel (Fehl-)Entwicklungen differenzieren zu können, die in keinem noch so hochkarätigen Seminar gelehrt werden.
    Wenn es um Fragen der Gerechtigkeit und die Einhaltung von Regeln geht, sagt man ja den Sachsen gern nach, dass sie sensibel, präzis und ingenieurmäßig sind.
    Auch das „ mente et melleo“ (Geist und Hammer oder „denke und schlage“) ist vielen geläufig.
    Sachsen und Bergbau gehören zusammen, begründet sich doch der Reichtum, die kulturelle Vielfalt(!) und die industrielle Entwicklung aus dieser Arbeit.
    „Alles kommt vom Bergwerk her“
    Menschen, die über Generationen recht auskömmlich davon leben konnten und sich nunmehr mit der von der grünen Verbotspartei initiierten Energiewende in ohnehin mit Arbeitsplätzen unterversorgten Regionen - speziell Ostsachsen- konfrontiert sehen, werden das durchaus politisch würdigen.
    Die Eliten des Westens werden einmal mehr erschrecken, es darf durchaus auch vier Mal sein!

  • 6
    0
    Freigeist14
    08.02.2019

    Zitat . "Der deutsche Osten.Der war so lange eine nicht zu hinterfragende Erfolgsgeschichte ,bis der Aufstieg nationalistischer ,rassistischer oder anderweitig destruktiver Stimmungen die Eliten der Großstädte und des Westens erschreckt." Viele erinnern sich vielleicht noch an die "Rote-Socken-Kampagne " und die unterschwellige Botschaft,falsches Wahlverhalten mit Transferkürzungen zu beantworten (Peter Hintze) .Auch damals waren die Probleme von heute nicht viel anders. Dabei steht im Einigungsvertrag und im Artikel 72 Abs,2 des GG : ...das verankerte Prinzip des Herstellung gleicher Lebensverhältnisse im Bundesgebiet." Das ist aber nach einer verheerenden Deindustriealisierung bei dem 140 von 145 Großbetrieben abgewickelt worden sind , der Vernichtung von 600 Mrd. Volksvermögens und der Übernahme durch westdeutsche Kapitaleigner von ca.80% der ostdeutschen Wirtschaft äußerst schwierig . Der unbeschreibliche Elitentransfer.d.h. die dauerhafte Besetzung der Führungspositionen im Staat und Wirtschaft mit Westdeutschen Personal (oft aus der 2.u.3.Reihe).In Deutschland sind lediglich 1,7 % der Führungskräfte Ostdeutsche . Bis 1992 besetzten entsprechend den Festlegungen über "Verwaltungshilfe" im Artikel 15 Abs.2 des Einigungsvertrages 35.000 Beamte und Politiker die staatlichen und politischen Schlüsselpositionen in den Neuen Ländern . Und diese brachten zugleich ihre "Netzwerke "mit,die heute einen gerechten Anteil Ostdeutscher an Verantwortung,Einfluss und Führung verhindern und die Dominanz der Westdeutschen zum Normalzustand verstetigen . Das zu hinterfragen ,ist nur gerecht und keine "Jammerei " - wie so oft herablassend geäußert .



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