Partei ohne Plan

Zur Diskussion um die Kanzlerkandidatur in der CDU

Mit viel Wohlwollen könnte man sagen: Die CDU ist in einer Findungsphase - 18 Jahre Merkel hinterlassen halt ein Vakuum, das auch eine große Partei nicht so einfach füllt. Lässt man das Wohlwollen weg, bleiben übrig: Planlosigkeit, Machtkämpfe, Unruhe. Offensichtlich ist die Partei verunsichert. Durch eine Vorsitzende, die ihren Kurs noch sucht und dabei nicht den souveränsten Eindruck macht. Durch Wahl- und Umfrageergebnisse, die erahnen lassen, dass auch die CDU nicht gefeit ist vor einem SPD-artigen Bedeutungsverlust. Und durch die Grünen, deren Stärke sich nicht mehr einfach wegreden lässt.

Die Diskussion um die Kanzlerkandidatur ist Ausdruck dieser Verunsicherung und könnte sie noch verstärken. In einer Zeit, in der laut und deutlich nach Konzepten für den Umgang mit dem Klimawandel oder der Digitalisierung verlangt wird, ist es maximal schädlich, vor allem übers Personal zu diskutieren. Und sollte die Partei ernsthaft vorhaben, jungen, politischen Menschen näherzukommen: So wird das ganz sicher nichts.

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