Wer bestimmt über Daten?

Das Kartellamt in Deutschland geht gegen Facebook vor. Der Vorwurf: Facebook verknüpft Dienste aus anderen Anwendungen, wie Instagram und Whatsapp, und erreiche so eine soziale Übermacht. Das Bemerkenswerte daran ist, dass eine solche Argumentation der Kartellwächter vor Jahren noch undenkbar gewesen ist.

Auch wenn Facebook dagegen Beschwerde einlegen will, und überhaupt nur seine eigentliche Aufsichtsbehörde ohnehin am Firmensitz im irischen Dublin anerkennt, dürfte das Einschreiten von Kartellamtschef Andreas Mundt eine breite Wirkung entfalten. Käme er damit im Kartellverfahren durch, müsste Facebook jedem Land eine mit dem jeweiligen lokalen Datenschutzrecht konforme Variante seines Netzwerkes anbieten - ein enormer Aufwand, der nicht ohne weiteres zu stemmen sein dürfte.

Schon allein aus diesem Grund ist der Vorstoß der Datenwächter ein richtiger Schritt. Denn keiner weiß ernsthaft, was mit persönlichen Daten passiert, wie Facebooks Algorithmen tatsächlich funktionieren, ist der "like"-Knopf erst einmal gedrückt.

Mehr noch: Mark Zuckerberg hat sein Versprechen gebrochen, als er für 20 Milliarden Dollar im Jahr 2014 den Nachrichtendienst Whatsapp gekauft hat. Damals sicherte er zu, dass Whatsapp - und vor allem die Daten der Nutzer - auch unter dem neuen Dach eigenständig bleiben. Heute wissen wir es besser, und die Nutzer und ihre Interessenvertreter sind gut beraten, Wege zu suchen, die ihnen ihre Datenhoheit wieder zurückbringen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...