80 zusätzliche Helfer für Corona-Nachverfolgung

Ab dem neuen Jahr will das mittelsächsische Gesundheitsamt den Rückstand bei der Fall-Bearbeitung abbauen.

Freiberg.

Mit zusätzlicher Unterstützung will der Landkreis Mittelsachsen ab dem neuen Jahr die Corona-Infektionsketten in Mittelsachsen schneller nachvollziehen und unterbrechen. Zum Jahrespressegespräch am Dienstag kündigte Landrat Matthias Damm (CDU) vor Journalisten an, dass weitere 80 interne und externe Kräfte nach und nach ab Januar zur Bekämpfung der Pandemie eingesetzt werden sollen. Dafür würden derzeit personelle, räumliche und technische Voraussetzungen geschaffen, erklärte er auf Anfrage der "Freien Presse".

Der Mittweidaer sprach von einer "ganz erheblichen Kraftanstrengung", um das Ziel des Freistaates, innerhalb von 48 Stunden eine Kontakt-Nachverfolgung herzustellen, zu schaffen. Vor zwei Wochen hatte der Chef der Kreisverwaltung eingeräumt, dass die Ketten wegen des rasanten Anstiegs von Coronazahlen zum Teil nicht mehr nachvollziehbar sind und von einem Rückstand von etwa 14 Tagen gesprochen. Die Kontaktnachverfolgung stehe an erster Stelle, hatte Damm betont, nachdem er auch bei der Aufarbeitung von Todesfällen im Zusammenhang mit Covid 19 einen starken Rückstand eingeräumt hatte. Auf die Frage nach dem Zeitpunkt der Aufstockung des Gesundheitsamtes sagte Damm: "Wir haben kontinuierlich Personal zugeführt und werden dies auch weiterhin tun. Die großen Fallzahlen waren in der Summe nicht vorhersehbar."

Am Dienstag meldete das Landratsamt 24 weitere Todesfälle. Bei den Betroffenen handelt es sich um 18 Frauen von 73 bis 99 Jahren und sechs Männer von 68 bis 94 Jahren. Damit steigt die Zahl derer, die im Landkreis an einer Corona-Infektion gestorben sind, auf 88. Das Landratsamt räumt einen zeitlichen Versatz bei der Erfassung der Todesfälle ein.

Der Inzidenzwert ist gesunken - von 645,8 am Montag auf 581,7 am Dienstag. Zudem hat das Landratsamt 197 weitere Fälle gemeldet, damit gab es bislang 8800 nachgewiesene Corona-Infektionen: 4286 (+ 68 zum Vortag) im Altkreis Freiberg, 3152 (+94 ) im Raum Mittweida und 1360 (+35) im Raum Döbeln.

Landrat Damm charakterisierte die Coronapandemie als das bestimmende Thema des Jahres mit Auswirkungen für jeden Einwohner. "Es bringt viele Bereiche an die Grenzen, Krankenhäuser, Eltern, Wirtschaft, aber auch beispielsweise die Kultur." Kritisch sei nach wie vor die Lage in den Krankenhäusern. 22 Corona-Patienten wurden laut zentralem Divi-Intensivregister am Dienstag auf Intensivstationen in mittelsächsischen Kliniken versorgt, 11 beatmet. Damm dankte beim Jahrespressegespräch den Mitarbeitern in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und im Rettungsdienst. (grit/lasc)

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