Bergmaurer - das Motiv 2020

Den kleinen Pin, den Besucher des Bergstadtfestes erwerben können, ziert seit Neuestem ein Gewerke der Hüttenparade. Es soll auch Ehrung sein.

Freiberg.

Zum Bergstadtfest im Sommer gibt es wieder einen kleinen silberfarbenen Pin zu kaufen. Er ist für einige Besucher schon ein Sammelstück geworden, denn seit vorigem Jahr stellt er ein Gewerke der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenparade dar. In diesem Jahr wird es der Bergmaurer sein.

Was Bergmaurer einst schufen, ist heute noch an vielen Stellen in der Region zu sehen. Übertage sind das vor allem die beeindruckenden Mauern der Mundlöcher. Oft mit Natursteinen trocken gesetzt, beweisen sie die Handwerkskunst der Vorfahren. Als schöne Beispiele gelten die Radstube des Turmhofschachtes, der Schachtausbau der Grube Alte Elisabeth, das Mundloch des Rothschönberger Stollns und die Röschen und Kunstgräben, die zwischen böhmischer Grenze und Freiberg heute immer noch ihren Beitrag für die Wasserwirtschaft leisten. Übrigens gab es auch Hüttenmaurer, in der hiesigen Parade sind allerdings nur Bergmaurer zu sehen.

Die Bergparade begann 2019, jährlich eine Berufsgruppe besonders zu ehren. Diesmal sind die Bergmaurer an der Reihe. Die Gruppe mit den um den Bauch gebundenen Lederschürzen und dem Maurerhammer wird 2020 bei vielen Veranstaltungen im Mittelpunkt stehen.

Begonnen wurde damit schon mal zur Mettenschicht im Dezember. Die Männer zogen unter dem Beifall der Anwesenden in die Nikolaikirche ein. Auch beim heutigen Neujahrsempfang der Stadt in der Nikolaikirche sind sie zu sehen. Mit dabei auch Rudolf Steinert. Der 80-Jährige hat zuletzt auf der Reichen Zeche Studenten betreut, Besucher geführt und das Besucherregister betreut. Der Hauer und Bergingenieur arbeitete zudem im Abbau des Freiberger Grubenreviers, in der Reichen Zeche und im Davidschacht. 2003 trat er der Bergparade bei und erhielt die Nummer 163. "Dass ich ein Bergmaurer wurde, war reiner Zufall", erzählt er. Eine solche Uniform sei gerade frei gewesen. Er liebt es seitdem, sie zu den Aufzügen zu tragen. "Das macht einfach Spaß", so sein Kommentar.

Seine Begeisterung für den Bergbau zeigt der Freiberger aber auch oft ganz privat, wenn er mit seinem Buckelbergwerk auftritt. Damit ist er ab und zu in Kindergärten zu Gast, und auch bei der Verleihung des Welterbetitel für die Region Erzgebirge/Krušnohorí im vergangenen Jahr auf dem Freiberger Obermarkt stellte er es vor.

Jährlich lässt die Bergparade eine Holzfigur eines Gewerkes anfertigen. Nachdem es im vergangenen Jahr ein Schwefelhüttenarbeiter war, wurde diesmal ein Bergmaurer geschnitzt. Die Figur entstand erneut in der Werkstatt des bekannten Königswalder Holzkünstlers Friedhelm Schelter. Sie soll bald in einem vom Verein gestalteten Schaufenster in der Kesselgasse zu sehen sein.

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