Bibliothek Freiberg ab 2020 für alle Schüler frei

Für andere Nutzer steigt Jahresgebühr: Stadtrat stimmt für Erhöhung

Freiberg.

Schüler, egal wie alt sie sind, können das Angebot der Stadt- und Kreisbibliothek Freiberg ab Januar gegen Vorlage des Schülerausweises kostenfrei nutzen. Das haben die Stadträte am gestrigen Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen. Damit folgten sie einem Antrag des Freie-Wähler-Rates Jens Grigoleit zur überarbeiteten Gebührenordnung für die Einrichtung im Kornhaus. Frei ist der Bibliotheksbesuch danach ab 2020 weiterhin für die 6- bis 15-Jährigen, zusätzlich dann aber auch für alle Schüler.

"Bibliotheken rechnen sich nicht, zahlen sich aber aus", hatte Grigoleit geworben und argumentiert, es mache keinen Sinn, bei Schülern Altersbeschränkungen anzusetzen. Andreas Schwinger vom Kultur- und Stadtmarketingamt bezifferte die Mindereinnahmen für die Stadt mit 1500 Euro. Eine Summe, mit der die Mehrheit der Stadträte mitgehen kann, denn sie folgte Grigoleits Argumentation bei einer Nein-Stimme und acht Enthaltungen.

Mit ihrem Beschluss machten sie zudem den Weg frei für höhere Gebühren für andere Nutzergruppen. In der Einrichtung, die seit September 2015 im Kornhaus ansässig ist, sollen ab nächstem Jahr höhere Preise gelten. Nach dem Vorschlag der Stadtverwaltung, der mit einer Nein-Stimme angenommen wurde, steigt die Jahresgebühr für Personen ab 16 Jahren von derzeit 15 auf 25 Euro. Auszubildende, Studenten sowie Inhaber von Familien- oder Sozialpässen zahlen 10 statt 8 Euro pro Jahr. Auch die Familien-/Partnerkarte für bis zu vier Personen verteuert sich von 20 auf 35 Euro jährlich. Neu ist eine Jahresgebühr von 50 Euro für juristische Personen; bislang gab es keine Regelung für Firmen und ähnliche Organisationen. Der Stadtrat hatte mit der Inbetriebnahme der neuen Bibliothek vor reichlich vier Jahren eine neue Benutzer- und Gebührenordnung beschlossen. Die verwendete Kostenprognose sollte später mit den tatsächlichen Ausgaben verglichen und die Nutzungsentgelte angepasst werden. Anhand der Betriebsergebnisse 2016 bis 2018 seien die Gebühren nun neu kalkuliert worden, so Schwinger.

Nach eigenen Angaben hatte die Stadt ihre Bibliothek im vergangenen Jahr mit rund 400.000Euro unterstützt. Kostendeckend wäre der Gebührenbedarf bei einer Jahresgebühr von 131Euro. Die Zahl von 5000 Nutzern nannte Schwinger auch für die nächsten Jahre als Ziel. Der Medienbestand umfasst über 70.000 Bücher, Zeitschriften und CD sowie DVD, darunter rund 13.000 elektronische Bücher. (grit ())

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