Buchmesse abgesagt: Das (kleine) Lesefest zu Hause

Freibergs Buchhändler wären dienstlich oder auch privat nach Leipzig gefahren - Die neuen Bücher aber halten sie längst in ihren Regalen bereit

Freiberg.

Obwohl die Freiberger Buchhändlerinnen die Absage der Buchmesse als vorbeugende Maßnahme wegen des Coronavirus verstehen, finden es alle zusammen schade. Zwar warten die Neuerscheinungen des Buchmarktes schon in den Regalen auf die Kunden, trotzdem wären alle fünf Geschäftsinhaberinnen gern zur Messe gefahren.

Aus Sicht von Ursula Steinborn, sie führt die Buchhandlung "Seitenweise" in der Erbischen Straße, ist die traditionelle Leipziger Veranstaltung ein "Quell für die interessierten Leser". Sie selbst trifft dort gern frühere Kollegen und lernt neue Autoren kennen.

Heike Wenige vom Freiberger Taschenbuchladen bezeichnet die Messe zudem als Branchentreffen. "Man kann Kontakte pflegen", sagt sie und bedauert die Situation, besonders mit Blick auf die unabhängige Verlagswelt. Ähnlich sehen es auch Petra Weigel und Carsta Liebe, die Inhaberinnen der "Glück auf"-Buchhandlung am Obermarkt. "Wir sind zur Messe immer auf der Suche nach neuen Angeboten und kleineren Verlagen, deren Bücher wir noch nicht im Angebot haben", sagt Petra Weigel.

Anne Münzner von der Akademischen Buchhandlung in Freiberg wäre gern sogar zweimal zur Messe gefahren - einmal als Fachfrau und einmal privat. "Meine Kinder sind auch lesebegeistert", begründet sie das. Für Anne Münzer hat in Leipzig die Antiquariatsmesse eine besondere Bedeutung. "Da gibt es so manchen Schatz, den wir für Kunden nicht anders beschaffen können", sagt sie.

Da das große Lesefest ausfallen muss, halten die "Freie Presse" und die Freiberger Buchhändlerinnen einige Empfehlungen für das kleine Lesefest zu Hause bereit. Aus dem Buchprogramm der "Freien Presse" stellt dessen Leiter Matthias Zwarg zwei Titel heraus: "Unterm Strich" heißt das Buch von Redakteur Ulrich Hammerschmidt zu "111 und einer Kellergeschichte von Seite 1 der ,Freien Presse'". Wie dieses erscheint ebenso kurz nach der Buchmesse eine Neuauflage von "Made in Zschopau - Motorräder mit Herz" von René Zapf.

Heike Wenige vom Taschenbuchladen empfiehlt Ingo Schulzes neuen Roman "Die rechtschaffenen Mörder". Ursula Steinborn von "Seitenweise" fügt aus dem Bereich der Kinderbücher "Die Welt in der Wunderkammer", ein Sachbilderbuch von Alexandre Galand und Delphine Jacquot an. "Stern 111", eine Nachwendegeschichte von Lutz Seiler, gehört zu den Empfehlungen von Petra Weigel aus der "Glück auf"-Buchhandlung ebenso wie "Kielings kleine Waldschule", in dem Andreas Kieling vom Leben in der Natur berichtet. Einer der neuen Favoriten, den Anne Münzner von der Akademischen Buchhandlung empfiehlt, ist der Frauen-Roman "Drei Wünsche" von Laura Karasek.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.