Es glänzt und glitzert im Museum

Besondere Ehre im Jahr des Silberrausches: Das Tafelsilber von August dem Starken ist derzeit im Stadt- und Bergbaumuseum zu sehen. Kenner sind ganz aus dem Häuschen.

Freiberg.

"Was wäre Dresden ohne Freiberg?", fragte Festredner Dirk Syndram bei der Eröffnung der neuen Sonderausstellung "Freibergs Silber - Sachsens Glanz" und lieferte gleich die Antwort dazu: "Ein Fischerdorf." Damit wies der Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden am Freitag auf die immense Bedeutung Freibergs für die Landeshauptstadt hin.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Festjahres anlässlich 850 Jahre Silberfund am Freitag im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg feierlich eröffnet und wird bis 3. März 2019 zu sehen sein. Dass sich in all das Silber eine erkleckliche Menge Gold mischt, möge niemanden irritieren, betonte Jörg Woidniok als Vertreter der Stadtverwaltung in seinem Grußwort, sind doch vor allem Teile des Tafelsilbers Augusts des Starken mehrfach vergoldet worden.

Syndram betonte, dass ihn diese Ausstellung freue. Er halte sie persönlich für absolut folgerichtig, schon allein deshalb, weil die Silberstadt zweifellos der "Verursacher" des Grünen Gewölbes ist. Um diese Stellung zu illustrieren, haben sich die Staatlichen Kunstsammlungen für die Dauer der Ausstellung von einigen wertvollen Stücken getrennt, auf welche Syndram besonders hinwies. Die beiden Kesselpauken aus dem späten 17. Jahrhundert sind den Freibergern von der großen Jubiläums-Festveranstaltung im Juni her bekannt. Hier hatten sie bereits einen klangvollen Auftritt in der Nikolaikirche. Nun kamen sie ein weiteres Mal in die Stadt. Flankiert werden sie von zwei sogenannten Willkommpokalen, dem der Saigerhütte Grünthal von 1625 und dem vom Stallgebäude des Dresdner Residenzschlosses von 1590 mit dem klangvollen Namen "Die Alte mit den 14 Jungen". Wie gerne, scherzte Dirk Syndram, würde er die Vitrinen öffnen und die Gäste einmal aus solch einem Pokal trinken lassen, allein um jenes Gefühl der Hoheiten zu vermitteln, denen diese Ehre einst vorbehalten war.

Wie auf der Speisetafel Augusts des Starken ist das Tafelsilber in der Mitte der Ausstellung angeordnet. Ergänzend finden sich dazu auch Exponate aus Freiberger Sammlungen. Denn nicht allein die Staatlichen Kunstsammlungen stellen hier aus, sondern auch die TU Bergakademie Freiberg, ergänzt durch wertvolle Stücke aus privater Hand. Darunter ein Stück gediegen Silber mit Calzit aus der Mineralogischen Sammlung des Werner-Baus sowie Silberbesteck der Firma Alekto.

Begleitend finden Vorträge im Museum statt. Den ersten wird Dirk Syndram am 30. Januar 2019 zum Thema "Grünes Gewölbe gestern/heute/morgen" selbst halten.

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