Escape-Room: Trend schwappt nun auch nach Freiberg

Vor einem Jahr gewannen sie den Gründerpreis. Nun lassen Steven Bartram und Alexander Seibt ihre Idee Wirklichkeit werden: Ein Raum, aus dem die Spieler in 60 Minuten fliehen müssen. Das macht Spaß und schweißt zusammen.

Freiberg.

Die Tür ist versperrt. Irgendwo hier lauert ein Killer, der nur auf die richtige Gelegenheit wartet, seine Gefangenen zu erwischen. Rauskommen ist die einzige Möglichkeit, dem sicheren Tod zu entgehen. Das Problem: Die Eingesperrten haben nur 60 Minuten Zeit. Noch ist dieses Szenario keine Realität im neuen Freiberger Escape-Room in der Thielestraße. Das Team um die Gründer Steven Bartram und Alexander Seibt arbeitet im Moment an der Umsetzung ihres Konzeptes. "Bisher haben wir den Ablauf der Rätsel konzipiert", berichtet Bartram, "jetzt müssen wir noch die Deko und die Elektronik für unseren Horror-Raum fertigstellen."

Nun bekommt also Freiberg als erste Stadt Mittelsachsens einen Escape-Room. Der Name bedeutet nichts anderes als Flucht-Raum. Die entwickeln sich seit 2011 zum neuen Spieltrend in Deutschland. Die ersten sogenannten Live-Escape-Games entstanden in Japan. Mindestens zwei Spieler sind dabei in mehreren Räumen eingesperrt, aus dem sie in höchstens einer Stunde entkommen müssen. Um das zu schaffen, erhalten sie vom Spielleiter Rätsel, die es zu lösen gilt. Die Bilanz der Escape-Rooms ist beachtlich: Mittlerweile existieren in Deutschland 534 Spielräume in 94 Städten.

Für Steven Bartram begann sein Escape-Room-Erlebnis vor vier Jahren: "Nachdem ich damals meinen ersten Escape-Room besucht hatte, habe ich meinen Kumpels davon erzählt. Die waren sofort begeistert." Am Anfang stand die Idee eines eigenen Escape-Rooms, die dann mit dem Freiberger Gründerpreis "Lebendige Innenstadt" Wirklichkeit wurde, den das Team 2017 gewann. Bartram ist sich sicher: "Ohne das Grundkapital und den Rückhalt der Stadt wären wir heute nicht hier." Die Stadt unterstützte das Team bei der Finanzierung der Immobiliensuche. Insgesamt wird es im neuen Escape-Room drei Spielanlagen geben. Themen sollen neben dem Horror-Raum Wissenschaft und die Freiberger Stadtgeschichte sein. Dazu sucht das Team noch Anregungen von außen. "Wer Ideen zu den Themen Bergbau, Wissenschaft und Detektiv hat, kann sich gerne bei uns melden", sagt Steven Bartram.

Der Horror-Raum wird der erste sein, der zur offiziellen Eröffnung am 22. September für die Besucher bereit steht. Dieser Raum sei derjenige, der am wenigsten Vorbereitung benötige, erklärt Bartram. Zwei bis sechs Spieler müssen dort dem furchterregenden Killer mit Schweinemaske entrinnen. Um den Horror spürbar zu machen, setzt das Freiberger Team nicht auf Hightech, wie viele ihrer deutschen Kollegen. Steven Bartram stellt klar: "Wir werden viel mit Sound, Licht und Atmosphäre machen." Wegen dieser Stimmung habe der Raum eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.

Um fehlende Kundschaft macht sich das Escape-Room-Team Freiberg keine Sorgen: "Das Gute an Escape- Rooms ist, dass sie sich untereinander keine Konkurrenz machen, weil sie einzigartig sind", erläutert Steven Bartram. "Spieler eines Escape- Rooms schauen dann nach anderen in der Nähe." Von den Freibergern habe das Team ebenfalls viel Zuspruch bekommen. "Auf der Nachtschicht waren viele sehr interessiert, auch aus der Generation Ü50 und Ü60", erinnert sich Bartram. Besonders Firmen fragen oft an. Steven Bartram findet: "Die Erfahrung, gemeinsame Aufgaben zu lösen, ist sehr gut fürs Teambuilding."

Trotz Horror, Zeitdruck und schwierigen Rätseln stehe der Spielspaß im Vordergrund. "Wir wollen nicht, dass unsere Kunden 25 Euro bezahlen und dann gefrustet unseren Escape-Room verlassen", sagt Steven Bartram, "deshalb wird es Spielleiter geben, die den Spielern notfalls etwas weiterhelfen können." Bis zur Eröffnung gibt es für das Team noch viel zu tun: "Wir hatten anfangs Bauverzögerungen, weshalb alles, was man bisher sieht, letzte Woche entstanden ist." Nach den geplanten Probeläufen sollten der Flucht aus der Thielestraße jedoch nichts mehr im Wege stehen - abgesehen natürlich vom blutrünstigen Killer.

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