Experten: In Mulda gab es doch einen Tornado!

Deutscher Wetterdienst: Der Luftwirbel hatte kurz Bodenkontakt.

Mulda.

Deutscher Wetterdienst und Tornadoliste Deutschland sind sich jetzt einig: Bei dem Wetterphänomen, das am Dienstagabend kurz nach 21 Uhr in Mulda-Randeck für Schäden gesorgt hat, handelt es sich um einen Tornado. Laut Meteorologe Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst, Außenstelle Leipzig, ist auf dem Video von dem Unwetter eindeutig zu sehen, dass der Luftwirbel ganz kurz Bodenkontakt hatte. "Da gibt es keinen Zweifel", sagte Scholz am Freitag auf Anfrage.

Thomas Sävert von der Tornadoliste Deutschland, einer privaten Initiative, die eigenen Angaben zufolge seit 18 Jahren Tornados in Deutschland registriert und mehr als 5000 dieser Wetterphänomene dokumentiert hat, bestätigte ebenfalls den Tornado in Mulda: "Natürlich war das Phänomen ein Tornado", sagt Sävert. Auch in der entsprechenden europäischen Datenbank European Severe Weather Database gibt es dazu einen Tornado-Eintrag. Dieser beruft sich auf ein Video, einen Augenzeugenbericht und Berichte von den entstandenen Schäden.


Am Donnerstag hatte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes noch gesagt, dass keine bestätigten Informationen zu einem Tornado in Mulda vorliegen. Wetterexperte Manfred Tietz aus Freiberg hatte das Wetterphänomen als Windhose bezeichnet. Dass Windhose und Tornado das gleiche sind, darauf weisen Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst und Thomas Säbert von der Tornadoliste hin. Laut Scholz wurde ein Tornado früher Windhose oder auch Großtrombe genannt.

Bei dem Unwetter waren Bäume und Äste auf Straßen beziehungsweise Stromleitungen gefallen.

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