Fotoverbot: Laut OB keine Auffälligkeiten im Johannisbad Freiberg

Der Stadtverwaltung sind bisher drei Fälle bekannt, in denen es zu Beschwerden wegen des Benehmens von Asylbewerbern kam. Das Bad reagierte schon im September.

Freiberg.

Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) hat Stellung in der Diskussion um das Fotoverbot im Freiberger Johannisbad genommen, das die Öffentlichkeit seit Wochen beschäftigt. Auslöser für die aktuelle Debatte sind neu angebrachte Schilder, mit denen im Bad auf das Foto- und Filmverbot hingewiesen wird. Daraufhin argwöhnten Leser der "Freien Presse", es würde verschwiegen, dass das Verhalten augenscheinlich von Flüchtlingen im Bad Grund für das konsequente Foto- und Filmverbot sei.

"Es gibt keinerlei Auffälligkeiten, dass sich die Beschwerden häufen", betonte der OB demgegenüber gestern im Stadtrat. "Es hat Vorfälle gegeben, das müssen wir auch nicht verschweigen." Die Verwaltung war von Stadtrat Marko Winter (AfD) um Stellungnahme gebeten worden. Krüger führte aus, dass der Verwaltung bisher drei konkrete Beschwerden bekannt sind. Er stellte heraus, dass es bisher keine gewalttätigen Übergriffe durch Asylbewerber im Bad gegeben habe. Ähnliches hatte auch der Stadtwerke-Chef Axel Schneegans in den vergangenen Wochen betont, der für das Johannisbad verantwortlich ist.

Laut Krüger beziehen sich die Beschwerden in zwei Fällen auf Verstöße gegen das Fotoverbot. Ein weiteres Mal soll ein Gast eine unangemessene Badebekleidung getragen haben. Die erste Beschwerde habe ihn im September 2015 über das soziale Netzwerk Facebook erreicht. Dabei wurde dem OB geschildert, dass am 20. September Frauen von mutmaßlichen Ausländern belästigt worden sein sollen. Unter anderem sei Frauen hinterhergepfiffen worden, heißt es in der Nachricht. Die Asylbewerber seien den Frauen im Bad gefolgt.

Dieser Fall hat damals auch die Leitung des Johannisbades näher beschäftigt und sich Gedanken über den Umgang mit Asylbewerbern machen lassen. Dies geht aus einem internen Schreiben der Freiberger Bäderbetriebsgesellschaft vom 23. September 2015 hervor, das der "Freien Presse" vorliegt. "Wie in den vergangenen Aufsichtsratsitzungen bereits berichtet, kommt es im Johannisbad in letzter Zeit vermehrt zu Vorfällen und Beschwerden im Zusammenhang mit Asylbewerbern", schreibt Stadtwerke-Geschäftsführer Axel Schneegans.

"Dieser offenbar in eine breitere Öffentlichkeit getragene Vorfall ... gibt aber Anlass zur Sorge, dass unser Bad einen Imageschaden erleidet", so Schneegans weiter. Die Teamleiter seien noch einmal belehrt worden, dass die Einhaltung der Hausordnung zwingend durchzusetzen sei - "bis zur Erteilung von Hausverboten und Hinzuziehen der Polizei". Fotografieren ohne Zustimmung des Betroffenen sei untersagt. Es werde sogar geprüft, ob Handys im Bad generell verboten werden könnten.

Der Stadtwerke-Chef wollte sich auf Nachfrage gegenüber der "Freien Presse" nicht zu dem Schreiben äußern. Schneegans hatte vehement dem Eindruck widersprochen, dass "der verstärkte Hinweis auf das schon lange bestehende Fotoverbot" auf Vorfälle mit Asylbewerbern zurückgeht. Krüger appellierte gestern an die Freiberger: "Wir sollten froh sein über das schöne Bad."

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