Freiberger Brauhaus wappnet sich für die Zukunft

Der Bierabsatz schwächelt seit Jahren. Denn die Deutschen greifen immer weniger zum Gerstensaft. Doch das treibt den Verantwortlichen der hiesigen Braustätte keine Sorgenfalten auf die Stirn.

Freiberg.

Für Holger Scheich ist das laufende Jahr ein gutes. Daran dürfte nach dem Vortrag des Geschäftsführers des Freiberger Brauhauses während des Bockbieranstichs im Brauhof niemand Zweifel hegen. Allein im Zeitraum Januar bis September 2019 konnte der Gesamtumsatz von rund 470.000 auf 500.000 Hektoliter gesteigert werden, wobei das Pils einen Hauptanteil daran hat, wie der 48-Jährige erklärte.

Das heißt: Die Freiberger Braustätte kann dem Branchentrend trotzen. Denn die deutschen Brauereien verkaufen seit Jahren immer weniger Bier. Der Absatz ist im ersten Halbjahr gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum nach Zahlen des Statistischen Bundesamts um 2,7 Prozent beziehungsweise um 127 Millionen Liter gesunken. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt zurzeit bei 102 Litern. 2008 waren es noch 111 Liter.

"In der Brauerei geben die Mitarbeiter täglich ihr Bestes, um Freiberger im Markt weiter voranzubringen", sagte Geschäftsführer Scheich gegenüber der "Freien Presse". Zum Bockbieranstich verhehlte er dabei nicht, dass die Vorzeichen weniger positiv waren. Der Preiskampf mache der Brauereibranche genauso zu schaffen wie das Fachkräfteproblem, fehlender Frachtraum, Leergutmangel und Kostensteigerungen in allen Bereichen.

Trotzdem: Am Standort mit seinen 145 Mitarbeitern haben die Freiberger zuletzt erheblich investiert, wenngleich das Unternehmen keine Kosten nach außen kommuniziert. Laut Betriebsleiter Jan Stirl hat das Brauhaus in eine Anlage investiert, die Fässer etikettiert. Um das neue Radler optimal herzustellen, wurde ein entsprechender Mischtank angeschafft, der 150 Hektoliter fasst. Und für die Zukunft stellte Stirl weitere Investitionen in das sogenannte Prozessleitsystem in Aussicht.

Auch die Mitarbeiter des Tochterunternehmens Gastro-Service-Mittelsachsen GmbH, GSM genannt, hatten im Jahresverlauf verschiedene Projekte zu stemmen. Scheich verwies auf die Übernahmen des Tivoli und des Brauhofs. "Unsere erfolgreiche Veranstaltungsreihe - die Freiberger Sommernächte - feierten in diesem Jahr bereits 10. Geburtstag", fuhr er fort. In Summe konnten von Mitte Juni bis Ende August fast 27.000 Besucher gezählt werden. Außerdem habe man "erfolgreich die Bewirtung auf der Landesgartenschau in Frankenberg bewältigt". Die Premiere des ersten Freiberger Oktoberfests verbuchte der Geschäftsführer ebenfalls als Erfolg. "Nun freuen wir uns auf die Eisbahn im Schloss Freudenstein, die in wenigen Wochen startet."

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