Gemeinde will Bauland besser vermarkten

Rechenberg-Bienenmühle hat in den nächsten zwei Jahren viel vor. Einen Überblick dazu gab es am Dienstag in Clausnitz.

Clausnitz.

Rund 100 Bürger der Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle sind am Dienstag in die Markthalle der Agrargenossenschaft "Bergland" im Ortsteil Clausnitz gekommen. Bürgermeister Michael Funke (parteilos) hatte zu einer Einwohnerversammlung eingeladen, um über die Vorhaben der Gemeinde in den kommenden zwei Jahren zu informieren. "Die sind durchaus ambitioniert", erklärte Funke. Die Projekte reichen von baulichen Sanierungen bis hin zum Jubiläumsfest Rechenbergs 2020.

Breitbandausbau: Mal hü, mal hott habe es in den letzten Jahren bei diesem Thema geheißen, blickt Funke zurück. Nun gehe es endlich vorwärts, auch weil die Landespolitik die Eigenanteile der Kommunen übernehme. Ein großes Telekommunikationsunternehmen beginnt in der nächsten Woche vermutlich in Holzhau mit dem Ausbau mit Glasfaser- und Kupferkabeln. Am Dienstag hatte es eine Begehung mit einer Tiefbaufirma gegeben. Durch die Arbeiten werde es immer wieder zu Einschränkungen im Verkehr kommen. Einige Bereiche in den Ortsteilen werden von der Gemeinde selbst ausgebaut. Hier will man keine halben Sachen machen, sondern nur auf Glasfaser setzen. Bis Mitte 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen und die Einwohner mit entweder 50 Mbit/s oder bis zu 100 Mbit/s Leistung versorgt sein.

Oberschule: Das Schulgebäude wird in naher Zukunft energetisch saniert. In diesem Jahr sollen Solarmodule angebracht werden. 2019 ist vorgesehen, eine Sonnenschutzanlage zu installieren. "Die Räume heizen sich bei entsprechender Einstrahlung zu sehr auf", begründet der Bürgermeister. Die Heizungen werden außerdem durch neue ersetzt, auch das Heizhaus wird saniert. Hinzu kommt der Einbau von Speichern für die Sonnenenergie. Die Kosten insgesamt belaufen sich auf 760.000 Euro, wovon 80 Prozent aus Fördermitteln fließen.

Straßenbeleuchtung: Man verzeichne einen viel zu hohen Energieverbrauch in der Gemeinde durch veraltete Leuchtmittel, sagte Funke. Daher gehe man dazu über, diese durch moderne LED-Technik zu ersetzen. An Stelle besonders alter Lampen kommen neue, bei den meisten anderen werden die Leuchtmittel ausgetauscht. Durch die Ersparnis sei eine längere Leuchtdauer an bestimmten Orten möglich.

Bahnhof: Die Schnittstelle des Öffentlichen Personennahverkehrs am Bahnhof Bienenmühle soll modernisiert werden. Dafür sei in dieser Woche der letzte Fördermittelantrag eingereicht worden. Schwierig gestalteten sich dabei noch die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn um den Erwerb zweier Grundstücke. Man hoffe aber, noch in diesem Jahr mit dem Bau eines neuen Häuschens beginnen zu können.

S 185: Der Ausbau der Staatsstraße in Holzhau bereitet seit gut zehn Jahren Kopfzerbrechen. Seit zweieinhalb Jahren spricht man laut Funke mit der zuständigen Straßenbaubehörde über den Baubeginn. Dieser wird nun für April 2019 ins Auge gefasst. Wermutstropfen sei, dass die Gehwege und die Straßenbeleuchtung von der Gemeinde erneuert werden müssen. Ein Einwohner wollte wissen, ob Radwege geplant seien. Laut Funke rechnet das Landesamt hier mit einem Planfeststellungsverfahren von mindestens fünf Jahren. Allein wegen eines Biotops am Rand sei so ein Radweg nicht möglich. Man denke über Varianten nach. Die Straßensanierung in Rechenberg soll Juni 2020 starten.

Baulandkataster: Auf Wohlwollen traf die Ankündigung, dass die Gemeinde ein Baulandkataster anlegen möchte, um den Erwerb von Grundstücken durch Zuzügler zu erleichtern. Kaufanfragen würden zunehmen, so der Bürgermeister. Deshalb wolle man als Vermittler zwischen Interessenten und Verkäufern auftreten. Solange ein Grundstückseigner nicht widerspricht, veröffentlicht die Gemeinde dabei Karten mit möglichem Bauland. Wer daran interessiert ist, ein Grundstück zu verkaufen, kann sich unter der Telefonnummer 037327/833090 melden.

Jubiläum: Im Jahr 2020 feiert der Ortsteil Rechenberg sein 750. Jubiläum. Um die dafür geplanten Feierlichkeiten gründlich vorzubereiten, hat sich jetzt ein Festausschuss konstituiert. "Die Gemeinde hat dazu eine finanzielle Unterstützung beschlossen", sagte Steffen Walther vom Festausschuss. "Auch wird ein entsprechendes Spendenkonto eingerichtet." Zentrum der Feierlichkeiten soll eine Open-Air-Bühne an der Burgruine sein. Die Festwoche ist für den Juni 2020 vorgesehen. Man hoffe darauf, dass erst danach die Sanierungsarbeiten an der Staatsstraße 185 beginnen und werde darüber das Gespräch mit dem Landesamt suchen. Walther lud alle Rechenberger, aber auch die Einwohner anderer Ortsteile, zur Mitarbeit ein.

Windkraftanlagen: Die geplante Erhöhung der Windkraftanlagen der Agrargenossenschaft "Bergland" auf 200 Meter war nur am Rande der Versammlung Thema. Auf die Frage einer Einwohnerin, wie sich der Gemeinderat zu der Problematik stelle, antwortete Funke, dass man sich dazu erst in der übernächsten Gemeinderatssitzung ein Bild machen wolle, da dort die Planungen der Agrargenossenschaft detailliert vorgestellt würden. Lothar Eckardt, Vorstandsmitglied der Agrargenossenschaft, bestätigte im Anschluss an die Versammlung, dass man nach den Sommerferien bei einer Informationsveranstaltung für die zwei betroffenen Ortschaften Clausnitz und Dorfchemnitz den Einwohnern ausführlich Auskunft geben werde.

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