Immer eine Idee kühler

Überall dort, wo Wärme gedrosselt werden muss, ist das Unternehmen Entwicklung und Fertigung Eßbach (EFE) gefragt. Deren Kühlkörper finden sich in Schaltschränken, ebenso in Windkraftanlagen. Am Samstag gibt es Grund zum Feiern.

Freiberg/Zug.

Ein großer blauer Kasten steht, etwas versteckt, in der Produktionshalle der Firma Entwicklung und Fertigung Eßbach (EFE) auf dem Industriegelände am Rotvorwerk in Zug. Dass es sich dabei um etwas Besonderes handelt, ahnt man zunächst nicht. Öffnet sich die große Schiebetür, lässt das Innenleben allerdings vermuten, dass es sich hier um ein Präzisionsinstrument für hochkomplexe Aufgaben handelt.

Auf einer variabel verschiebbaren Schiene ist eine Apparatur befestigt, die filigranste Arbeiten verrichten kann. Es handelt sich um eine moderne Laserschweißanlage - die neueste technische Errungenschaft des Familienunternehmens, das spezialisiert ist auf die Entwicklung und Fertigung von Flüssigkeitskühlkörpern für die Leistungselektronik. In diesen Tagen begeht der Betrieb sein 25-jähriges Bestehen.


Angefangen hat alles mit dem Firmengründer Volker Eßbach, der auch heute noch als geschäftsführender Gesellschafter, seit 2008 gemeinsam mit seiner Tochter Ramona Eßbach, die Geschicke lenkt. Bevor er 1994 den Grundstein für die Firma legte, war er lange Jahre mit leitenden technischen Aufgaben im Brand-Erbisdorfer Press- und Schmiedewerk betraut. Von dort führte ihn sein Weg nach der Wende zunächst in ein anderes Unternehmen. "Dort habe ich gespürt, dass mit genügend Eigeninitiative eine anspruchsvollere Entwicklung möglich ist", erzählt der heute 65-Jährige.

Eßbach wagte den Schritt und begann mit einer Industrievertretung für kältetechnische Anlagen und Filtersysteme unter seinem Namen. Er war der Fachmann, wenn es darum ging, erklärungsbedürftige industrietechnische Ausrüstungen den Nutzern in der Wirtschaft verständlich zu machen. "Daraus ergaben sich zunehmend Anfragen zu kühltechnischen Systemen", erzählt der Geschäftsmann.

Nachdem die ersten Kühlkörper noch bei Kooperationspartnern gefertigt wurden, wurden die Aufgaben nun immer komplexer und vielfältiger. 1999 wurde deshalb die eigene Fertigung gegründet.

Die erste Fertigungshalle entstand in Berthelsdorf, gleich am Wohnhaus der Familie Eßbach. "2007 stießen wir damit erstmals an die Kapazitätsgrenze", erinnert sich der Firmenchef. Mit einer größeren Halle in Brand-Erbisdorf ging es weiter. "Dort konnten wir nach völlig neuen technischen Prinzipien fertigen", erklärt Eßbach. Doch auch hier währte die Zeit nicht lange. 2013 war klar, dass man die Leistungsgrenze erreicht hatte, sowohl räumlich als auch technisch. So fiel die Entscheidung, auf die "Grüne Wiese" am Rotvorwerk zu wechseln, wo sich EFE seit 2014 befindet.

Nach dem Firmenmotto "Immer eine Idee kühler!" entwickelt man hier Lösungen für Entwärmungsprobleme bei elektronischen Bauteilen, etwa für Schaltschränke, Frequenzumrichter, Prüfstände, aber auch Windkraftanlagen. "Wir sind keine verlängerte Werkbank unserer Partner", erklärt Volker Eßbach. "Wir entwickeln gemeinsam mit unseren Kunden die Geräte und sind überwiegend Alleinlieferant."

Zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro Jahresumsatz macht EFE mittlerweile. 1200 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche sowie 400 Quadratmeter Verwaltungsfläche stehen zur Verfügung. 20 Mitarbeiter sind beschäftigt, hinzu kommen drei Auszubildende. "Wir sind eigentlich bestrebt, jedes Jahr einen neuen Lehrling aufzunehmen", sagt Ramona Eßbach, die zudem darauf verweist, dass das Unternehmen eine Jobgarantie nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss gibt. "Auch in diesem Jahr waren wir auf der Suche nach Azubis, aber leider haben wir nicht den passenden Bewerber gefunden." Man bilde Zerspanungs- und Industriemechaniker aus. Doch machen sich die generellen Probleme auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar.

Luca Hofmann ist im dritten Lehrjahr und hat nur noch wenige Monate bis zum Ende seiner Ausbildung. Er ist erfahren genug, dass er an der neuen Laserschweißanlage arbeiten kann. "Mit dieser Anlage sind wir weltweit die einzigen, die Kühlkörper auf eine völlig neue Art und Weise fertigen können", sagt Ramona Eßbach. "Ganz egal, ob in Aluminium, Kupfer oder Edelstahl." Überall dort, wo viel Elektronik verbaut ist, wird es nötig, die entstehende Wärme abzuführen. Die Laserschweißanlage wurde zu Beginn des Jahres angeschafft. Nun geht der Blick in Richtung Zukunft. "Unser Ziel ist es, uns technologisch weiterzuentwickeln, nicht in Richtung Masse, sondern weiterhin in Richtung Qualität", betont der Seniorchef. Dabei wolle man auch künftig neue Produkte schaffen.

Jubiläum Das 25-jährige Jubiläum wird mit einem Tag der offenen Tür bei der Firma EFE am Samstag in der Zeit von 9 bis 15 Uhr gefeiert. Darüber hinaus findet ein Industriegebiets-Fest am Rotvorwerk statt, bei dem sich auch andere dort angesiedelte Firmen und Institutionen vorstellen. EFE präsentiert sich mit seiner Fertigungshalle allen Interessierten.

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