Jugendtheater steigt in neue Spielzeit ein

Rund 50 junge Leute wollen die Bühnen in Freiberg und Döbeln erobern. Unter ihnen sind auch viele neue Gesichter.

Bevor am Samstagabend im Freiberger Theater offiziell die Spielzeit eröffnet wird, haben sich am Sonntag rund 50 junge Leute im Orchesterproberaum getroffen. Einigen war die Aufregung anzumerken, andere kamen in Begleitung ihrer Mütter oder Väter. Und schließlich gab es auch die alten Hasen. Doch eins hatten die vielen Mädchen und relativ wenigen Jungen gemeinsam: Sie wollen gern Theater spielen. Die 7- bis 18-Jährigen sind bereits Mitglied im Jugendtheater Mittelsachsen (JTM) oder sie wollen es werden. Intendant Ralf-Peter Schulze (Foto) begrüßte sie: "Für alle Künstler ist es eine Freude, mit euch zusammenzuarbeiten." Viele junge Darsteller wirkten bei der Operetteninszenierung "Eine Nacht in Venedig" mit. Jetzt sucht das Theater wieder Komparsen für Gaetano Donizettis Oper "Maria Stuart" und im Sommer für "Frau Luna" auf der Seebühne Kriebstein. Ansprechpartner für das Jugendtheater ist Schauspieldramaturg Matthias Wolf.

An der Spitze desvor zwei Jahren gegründeten Jugendtheaters gibt es einen Wechsel. Der bisherige Leiter Anselm Hühnel (Foto), der 2001 zum ersten Mal als Darsteller auf der Freiberger Bühne stand und damals ein kleines Kind im "Rattenfänger von Hameln" spielte, beginnt im Herbst ein Studium der Kultur- und Medienpädagogik an der Hochschule in Merseburg. Wohnen wird der 27-Jährige künftig in Halle - und zumindest eine Jugendtheaterproduktion am Theater Döbeln weiter betreuen. Nach jetzigem Stand ist Wedekinds Pubertätsdrama "Frühlingserwachen" geplant, das 2009 zum letzten Mal in Mittelsachsen zu sehen war. Was passiert, wenn man erwachsen wird? Darum geht es in dem Stück. Die jungen Theaterleute werden nicht nur die Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Texte, sondern auch eigene Texte verwenden, so die Pläne.

Neuer Chef des Jugendtheaters Mittelsachsen ist Maximilian Sterba (oberes Foto, rechts). 1993 in Freiberg geboren, machte er 2012 sein Abitur und absolvierte anschließend ein Freiwilliges Soziales Jahr in den Freiberger Werkstätten "Friedrich von Bodelschwingh". Von 2013 bis 2018 studierte er Germanistik und Philosophie für Lehramt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit August ist Sterba als Theaterpädagoge am Mittelsächsischen Theater - als Schwangerschaftsvertretung für Angela Töpfer. Seit 2006 hat sich Maximilian Sterba ehrenamtlich am Mittelsächsischen Theater engagiert, erst im damaligen Theaterjugendclub, dann mit seiner Schwester Laura. Ihr gemeinsames Stück "Ich will" hatte im Juni Premiere in der BiB. 2016 war bereits "Schatten" zu sehen. Das Jugendtheater Mittelsachsen plant in dieser Spielzeit vier Inszenierungen. Die Premieren sind voraussichtlich im Dezember, Februar, April und Mai. Sterba: "Als Abschluss der Spielzeit wird das Open-Air-Aktionstheater mit Geschichten aus Mittelsachsen stattfinden, wofür wir Sagen aus der Region bearbeiten und inszenieren werden, um damit auf Stadtfesten oder ähnlichem auftreten zu können."

Am Rande des Treffens verkündete Volker Doberstein (Foto) vom Theaterförderverein eine gute Nachricht: Vor wenigen Tagen ist der Förderbescheid vom Landratsamt über 15.500 Euro für das Jugendtheater Mittelsachsen eingetroffen. Das Geld wird aus dem Modellvorhaben "Landaufschwung" des Bundeslandwirtschaftsministeriums bereitgestellt. Weitere 4000Euro wird der Förderverein aus Eigenmitteln und Eigenleistungen beisteuern. "Damit hat die Theaterjugend für die kommenden zwölf Monate eine solide Finanzierungsgrundlage für ihre zahlreichen Aktivitäten. Unsere Mühen haben sich also wieder gelohnt", so Doberstein, der sich um die Finanzen für den TJM kümmert.

Prominenten Besuch hatten neulich die Mitglieder des Arbeitskreises Ausländer und Asyl. Geert Mackenroth, der für die CDU im Landtag sitzt und Ausländerbeauftragter des Freistaats ist, kam nach Freiberg, um sich über die Arbeit des Vereins zu informieren. Das Feld, in dem sich die knapp 20 Mitstreiter des seit 1999 eingetragenen Vereins engagieren, ist breit: Das fängt nach Angaben von Dr. Ruth Kretzer-Braun bei der Hilfe für Ausländer und Flüchtlinge bei alltäglichen Dingen an und hört bei der Mitorganisation von Festen mit Integrationscharakter lange nicht auf.

So werden Flüchtlinge beim Gang zum Amt begleitet. Aber auch soziale und physische Beratung gehören zum Aufgabenfeld. Bereits 1996 fanden sich Ehrenamtliche zusammen, um, wie Linken-Stadträtin Kretzer-Braun erklärt, "Asylbewerbern, aber auch ausländischen Studenten zur Seite zu stehen". Ein weiteres Anliegen des Vereins: Berührungsängste abbauen, Rassenhass und Ausländerfeindlichkeit entschieden entgegentreten. Mackenroth war laut der Freibergerin vom Engagement angetan und wünschte den Ehrenamtlichen "weiterhin viel Kraft und Ausdauer bei den nicht leichten Aktivitäten im Ehrenamt zugunsten von Asylbewerbern".

Jörg Meßner aus Augsburg war am Samstag bei der Schlösser- und Burgenfahrt dabei - und nahm damit erstmals an einer Oldtimerrallye teil. Seit zwei Jahren ist der Augsburger stolzer Besitzer eines modifizierten Audi Coupé GT. "Die über 400 Kilometer der Rallye haben sich gelohnt, Freiberg ist eine wunderschöne und gepflegte Stadt", so der Bankkaufmann. Start war in Augustusburg. (mit acr/mer)

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