Kneipenrallye bietet Zündstoff

Die Veranstaltung des Studentenwerks hat bei Lesern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Auch eine Teilnehmerin meldet sich zu Wort.

Freiberg.

Eine ausgelassene Stimmung, aber keine Grölereien oder rechtsradikalen Parolen - so hat eine Erstsemesterstudentin die Kneipenrallye erlebt, die das Freiberger Studentenwerk am 10. Oktober zum Kennenlernen für Studienanfänger in der Stadt veranstaltet hat. Die Leserin, die anonym bleiben möchte, widerspricht damit dem Artikel "Kneipenrallye: Kennenlernen mit Gebrüll", den die "Freie Presse" am Donnerstag veröffentlicht hat.

"Unsere Gruppe, und auch alle Gruppen, denen wir begegnet sind, waren weder ausgesprochen laut oder grölend, noch haben wir rechtsradikale Sprüche gehört", schreibt die Freibergerin. Fünf der zwölf Mitglieder ihrer Gruppe seien aus Indien gewesen - "und auch die hatten richtig viel Spaß." Sie habe vor der Rallye noch keine Inder gekannt und freue sich, dank der Veranstaltung Kontakt zu einem neuen Kulturkreis aufbauen zu können.

Im Artikel war berichtet worden, dass sich Altstadtbewohner über laute Sprechchöre beschwert hatten und die Polizei wegen vermeintlich verfassungsfeindlicher Rufe auf den Obermarkt gerufen worden war. Ein Anwohner hatte sich besorgt gezeigt, was wohl ausländische Studenten über diese Art, den Studienbeginn zu feiern, denken mögen.

Für die Rallye-Teilnehmerin stellt sich dagegen die Frage, "warum in dieser Stadt immer irgendjemand was zu meckern hat, wenn es um junge Menschen und Studierende geht." Sie wohne selbst in der Innenstadt und habe den Lärm und die Betrunkenen bei "Erwachsenenveranstaltungen" wie der Kneipennacht, dem Oktoberfest oder diversen Veranstaltungen im Tivoli als schlimmer empfunden. Bei der Rallye sei niemand zum übermäßigen Alkoholtrinken getrieben worden: "Bei allen Spielen konnte man auch Radler, Wasser oder Cola trinken."

Auf der Internetseite der "Freien Presse" kommentiert ein Leser dagegen, Stadt und Studentenwerk seien gefordert: "Unter dem Deckmantel 'sich austoben zu wollen' in der neuen Stadt auf Zeit, kann es ja wohl nicht sein. Das sogenannte Selbstbewusstsein holen sich diese 'Pubertierenden' im Gruppenzwang." Er stelle sich vor, schreibt ein anderer Online-Leser, "wenn diese jungen Leute den Antrittsbesuch bei den Eltern des oder der Liebsten machen. Na hoffentlich schreien die da nicht auch so herum oder verstellen im Überschwang die Möbel." (jan)

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