Leben erfüllt das neue Schmuckstück

Am Montag ist es soweit: Die ersten Gäste werden in der neuen Tagespflege Friedebach betreut. Für die altersgerechten Wohnungen gibt es etliche Bewerbungen.

Sayda/Friedebach.

Halb Friedebach war auf den Beinen, als Eva-Maria Glöckner zum Tag der offenen Tür in die neue Tagespflege "Alte Schule" einlud. "300 Gäste und aufwärts werden es gewesen sein", schätzt die Leiterin ein paar Tage später. Auch aus den umliegenden Orten kamen zahlreiche Besucher. Sie gratulierten, überreichten Präsente, schauten sich mit Neugier um. Mit diesem Ansturm hatte Glöckner nicht gerechnet. Gegen 19 Uhr seien die letzten nach Hause gegangen.

Dabei haben die Friedebacher schon den Abriss der alten Schule im Januar 2018 mit Interesse verfolgt. Nun zieht Leben ein in den an gleicher Stelle errichteten dreigeschossigen Neubau. Im Erdgeschoss ist die Tagespflege untergebracht. Ein großer, lichtdurchfluteter Aufenthaltsraum, mehrere Ruheräume, ein barrierefreies WC, eine Küche und ein Pflegebad mit Wanne.

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Bis zu 15 Männer und Frauen können hier ab 1. April tagsüber betreut werden. "Wir sprechen Personen an, die den ganzen Tag allein zu Hause sind, weil die Angehörigen vielleicht auf Arbeit sind", erzählt Demenzbetreuerin Conny Zenker. Sie ist Teil des achtköpfigen Teams. Voraussetzung für einen Platz in der Tagespflege ist, dass einem Patienten ein Pflegegrad zugewiesen worden ist. Die Kosten übernimmt, je nach Pflegegrad, die Pflegekasse; teils muss zugezahlt werden.

Die Patienten werden morgens gegen 8 Uhr von zu Hause abgeholt, dann gibt es Frühstück. Danach wird gespielt, gesungen, gebastelt, das Gedächtnis und die Motorik werden trainiert, "und wir gehen raus. Raus an die frische Luft", betont die Chefin. Dann gibt es Mittagessen, wenn möglich, wird selbst gekocht. Wer mag, kann sich ausruhen oder auch schlafen, bevor es am Nachmittag Kaffee gibt. Gegen 16Uhr werden die Gäste nach Hause gebracht.

"Es ging recht zügig voran", sagt Giesela Gautel (66). Die Friedebacherin hat das Baugeschehen an der Dresdner Straße verfolgt. Sie lebt zuhause mit ihrem Mann. "Ich wollte mich hier mal umschauen, für den Fall, dass ich mal verhindert bin, kann er vielleicht mal herkommen", sagt sie.

Auch Giesela Katzschner (67) aus Ullersdorf kam aus Interesse. "Es ist sehr schön geworden. Das müsste es viel mehr geben auf dem Land", meint sie. Regine Scheunpflug (83) aus Sayda ist auch angetan von den neuen Räumen. "Altersgerechtes Wohnen mit Balkon, das ist im Alter sehr gut. Man kommt ja dann doch nicht so raus. Aber wir wollen noch ein bisschen selbstständig bleiben", sagt sie.

Drei schriftliche Anmeldungen und 12 weitere Interessenten habe sie schon für die Tagespflege, sagt Glöckner, die sich mit dem 1,2 Millionen Euro teuren Haus einen Traum erfüllt hat. In den oberen beiden Etagen hat sie insgesamt acht altersgerechte Wohnungen mit Balkonen und ein Appartement unterbringen lassen. "Vier Wohnungen sind schon vergeben. Für die anderen Wohnungen haben wir 16 Bewerber. Nun müssen wir genau schauen, wer dringend eine braucht", sagt Eva-Maria Glöckner. Wer eine der Wohnungen ergattert, kann sie nach eigenen Wünschen gestalten.

Mittlerweile ist auch die Terrasse fast fertig und die Steine vorm Haus sind gesetzt. Eine Grillecke und Hochbeete sollen noch entstehen. Schräg hinter dem Haus soll auch der Glockenturm samt Glocke des ehemaligen Schulgebäudes seinen Platz finden. Jürgen Stark (67) hat sich als Ortsvorsteher von Friedebach für dessen Erhalt eingesetzt. Er war einst selbst im Dorf zur Schule gegangen und hatte sich zum Tag der offenen Tür ebenfalls umgeschaut.

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